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Show - Die Patientin war eine Schauspielerin

Die Sendung war eine Irreführung von uns allen. Die angeblich hochkranke Nierenspenderin war eine Schauspielerin.

Trotz der hohen Aufmerksamkeit, die diese Sendung erreicht hat, heiligt der Zweck (Aufmerksamkeit auf die Organknappheit lenken) die Mittel (Empfänger-Show) nicht. Eine Show, in der sich schwerkranke Menschen zum Erhalt eines Organs um die Sympathie des Publikums und der Organspenderin buhlen und die Organzuteilung durch SMS Rating durchgeführt wird, scheint uns ein unethisches Mittel.

Organzuteilung ist kein Spiel. Die Zuteilungsregeln basieren auf der medizinischen Dringlichkeit, dem medizinischen Nutzen, der Wartezeit und der Gerechtigkeit.

Einmal mehr wurde nur durch negative Schlagzeilen auf die Organspende und die Transplantationsmedizin aufmerksam gemacht. Es wäre dringend wünschenswert, die positiven Aspekte, dh die transplantierten Menschen mit ihren Lebensgeschichten, ins Rampenlicht zu stellen. Wir sind überzeugt, dass dann viele merken würden, dass die Organspende alle angeht und es jedermann treffen kann, eines Tages auf einer Warteliste für ein lebensrettendes Organ zu stehen.

Die Irreführung des Publikums durch das Erwecken des Eindrucks, dass diese Show echt sei, ist ein medienethisches Problem. Wie weit darf das Publikum irregeführt werden, um die Einschaltquote zu erhöhen?

Die Information der Öffentlichkeit über die Organspende ist wichtig. Sie allein genügt aber nicht, um die Spendezahlen deutlich zu erhöhen. Nur wenn auch in den Spitälern genügend Ressourcen für die Spendearbeit (Erkennung der möglich Spender, Befragung und Betreuung der Angehörigen und die Organisation der Spende ) bereit gestellt werden, sind Erfolge wie 3fach höhere Spenderraten zB in Spanien möglich.

Schaffen wir uns diesen Erfolg zusammen mit dem neuen Gesetz in der Schweiz.

Swisstransplant
Conrad E. Müller, MD, MBA
Direktor