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Swisstransplant FAQ

Herztod
1.
Was sind herztote Spender?

Ein herztoter Spender (engl. „Donor after circulatory death, DCD) ist eine Person, die den Tod durch Herz-Kreislaufstillstand erlitten hat. Somit ist der Herzschlag ausgefallen und die Organe werden nicht mehr durchblutet. Der Zeitdruck für eine Organentnahme ist dementsprechend gross und der Ablauf der Spende unterscheidet sich im Vergleich zu  Spendern im Hirntod.

Detaillierte Informationen zu herztoten Spender finden Sie hier.

Rund um die Transplantation
1.
Welche Patienten sind auf eine Transplantation angewiesen?

Auf die Warteliste aufgenommen werden Patienten mit schwerwiegenden Einschränkungen einer Organfunktion, bei welchen alle anderen Therapiemöglichkeiten bereits ausgeschöpft sind.

2.
Wie werden Organe zugeteilt?

Spenderorgane werden in Übereinstimmung mit dem Transplantationsgesetz und den geltenden Organzuteilungsverordnungen an die Empfänger, die in der Warteliste eingetragen sind, zugeteilt. Massgebliche Kriterien bei der Zuteilung sind die medizinische Dringlichkeit, der medizinische Nutzen und die Wartezeit. Es gelten zudem für jedes Organ individuelle Kriterien.

3.
Was ist eine Organtransplantation?

Die Transplantation ist eine Operation, bei der ein krankes Organ durch ein gesundes ersetzt wird. Das gesunde Organ wird einer verstorbenen oder lebenden Person entnommen. Für eine Organtransplantation kommen Patienten in Frage, bei denen keine andere medizinische Therapiemöglichkeit mehr besteht. Der Patient, der das Organ erhält, wird als Empfänger, der Gebende als Spender bezeichnet.

4.
Wie werden die Organe entnommen?

Die Organentnahme wird im Operationssaal von Chirurgen wie eine ganz normale Operation durchgeführt. Die Organentnahme verändert das Aussehen des Verstorbenen nicht, lediglich die Operationsnarbe ist zu sehen. Nach der Entnahme wird der Leichnam der Familie übergeben.

5.
Was kostet eine Transplantation?

Herz-, Lungen- und Dünndarmtransplantationen kosten zwischen rund 150‘000 und 250‘000 Franken;  Lebertransplantationen zwischen 110‘000 und 180‘000 Franken und Nieren-, Pankreas- und Inseltransplantationen zwischen 60‘000 und 100‘000 Franken. Leistungen wie Rehabilitation, Nachuntersuchungen oder Medikamente, die nicht während des Spitalaufenthalts anfallen, sind in diesen Kosten nicht enthalten.

Ein Teil der Transplantationskosten wird mit den  Fallpauschalen von SwissDRG vergütet. Die Abgeltung der übrigen Leistungen werden in einem Vertrag zwischen dem Schweizerischen Verband für Gemeinschaftsaufgaben der Krankenversicherer (SVK) und H+ die Spitäler der Schweiz geregelt.
Die nach SwissDRG berechneten Kosten pro Transplantation variieren erheblich, denn in die komplexe Berechnung fliessen mehrere Faktoren ein: eine Pauschale, welche die Schwere eines Falles und die Umstände bei der Transplantation berücksichtigt, ein Basispreis (Baserate), der für jedes Spital unterschiedlich hoch ist und das so genannte Kostengewicht, das den durchschnittlichen Behandlungsaufwand einer Fallgruppe beschreibt.

Hier finden sie mehr Informationen zu diesem Thema.

Hirntod
1.
Was ist der Unterschied zwischen Koma und Hirntod?

Wer im Koma liegt, lebt und kann wieder aufwachen. Das Gehirn einer Person im Koma wird noch durchblutet. Dies ist beim Hirntod nicht der Fall. Die Gehirnfunktionen einer hirntoten Person sind vollständig und irreversibel erloschen. Äusserlich ist kein Unterschied erkennbar. Dies liegt daran, dass beim Hirntoten die wichtigsten Körperfunktionen wie Herzschlag und Atmung während einiger Stunden durch maschinelle Beatmung und medikamentöse Therapie aufrechterhalten werden können. Ohne diese Intensivbehandlung würde nach dem Eintreten des Hirntodes sofort ein Atemstillstand eintreten, gefolgt vom Herzstillstand.

2.
Wie wird der Hirntod festgestellt?

Der Hirntod wird durch zwei Ärzte im Vieraugenprinzip festgestellt, die unabhängig vom Transplantationsteam arbeiten und über eine entsprechende Weiterbildung und Erfahrung im Bereich der Hirntoddiagnostik verfügen. Das Erlöschen jeglicher Hirnfunktion wird durch neurologische Tests nachgewiesen, gemäss den Richtlinien der Schweizerischen Akademie der medizinischen Wissenschaften (SAMW).

Detaillierte Informationen finden Sie auf der Seite "Wer kann spenden?".

Broschüre "Organspende rettet Leben - Was Sie über herztote Spender wissen müssen"

Allgemeine Fragen
1.
Was sind Gewebebanken?

Gewebebanken haben zum Ziel, menschliche Gewebe nach der Entnahme aufzubereiten und zu lagern. Da Gewebe im Gegensatz zu Organen nicht sofort transplantiert werden müssen und auch in der Aufarbeitungs- und Konservierungsphase Sterilisationsverfahren und Quarantänezeiten angewandt werden, wird das Risiko einer Übertragung von Krankheitserregern weitgehend verhindert.

Wenn die entnommenen Gewebe von den Banken entgegengenommen werden, durchlaufen diese einen langen, von der Europäischen Kommission in Regelungen und Direktiven festgelegten Prozess. Zuerst werden die Identität des Spenders und alle von den Koordinatoren erfassten Daten über ihn überprüft. Danach wird das Gewebe untersucht, präpariert und entweder in einer Konservierungslösung als frisches Transplantat kühl gelagert (z.B. Hornhaut) oder bei Temperaturen von unter minus 80°C tiefgefroren (z.B. Herzklappen). Bei Knochen kommen auch Sterilisationsverfahren und die Umwandlung in Knochenersatzpräparate zum Einsatz, die in der Schweiz dem Arzneimittelgesetz unterliegen.

Da in den meisten Gewebebanken Gewebe vorrätig sind, können die transplantierenden Spitäler und Praxen die Gewebe direkt bestellen. Das erlaubt auch, bei lebensrettenden Notfalloperationen, beispielsweise bei der Transplantation von Gefässen oder Herzklappen, die passenden Gewebetypen sofort zur Verfügung zu stellen.

2.
Kann ich nach dem Tod meinen Körper spenden?

Es besteht die Möglichkeit nach dem Tod seinen Körper einem anatomischen Institut zu spenden. Werden beide Möglichkeiten (Organ- und Körperspende) in Betracht gezogen, hat die Organspende Vortritt. Dies ist sinnvoll, da nicht jeder Verstorbene Organe spenden kann. Nach einer Organspende akzeptieren die anatomischen Institute keine Körperspenden.

Das Anatomische Institut in Ihrer Nähe kann Ihnen weitere Informationen zu diesem Thema geben.

Bern: 031 631 84 33
Zürich: 044 635 53 11
Basel: 061 267 39 21
Genf: 022 379 52 75
Lausanne : 021 692 52 50
Freiburg: 026 300 85 40

3.
Was ist eine Knochenmarkspende?

Blutbildendes Knochenmark kann nur von lebenden Spendern entnommen werden. Es kann auch auf eine nicht verwandte Person übertragen werden. Wenn Sie an einer Informationsbroschüre oder weiteren Auskünften interessiert sind, wenden Sie sich bitte an:

Swiss Blood Stem Cells
Laupenstrasse 37
3001 Bern
Tel. 031 380 81 51
www.bloodstemcells.ch

4.
Welche vorbereitenden medizinischen Massnahmen werden durchgeführt?

Bei den vorbereitenden oder auch organerhaltenden medizinischen Massnahmen beim verstorbenen Spender im Hirntod wird die künstliche Beatmung weitergeführt, es werden Medikamente zur Regulation von Kreislauf und Hormonhaushalt verabreicht und Blutentnahmen für Laboruntersuchungen durchgeführt. Gleichzeitig werden die einzelnen Organe beispielsweise mittels Ultraschall oder radiologischen Verfahren auf ihre Funktionalität geprüft. Mit Blutentnahmen und Untersuchungen im Hinblick auf eine Organspende wird erst nach dem diagnostiziertem Hirntod und Vorliegen der Einwilligung zur Spende begonnen.

5.
Können Angehörige erfahren, wer die Organe erhält?

Nein. Die Spende von Organen erfolgt anonym, um die Familie des Spenders wie auch die Empfänger vor zusätzlichen Belastungen zu schützen. Die Empfänger können sich aber via Swisstransplant oder Transplantationszentren bei den Angehörigen des Spenders in einem anonymisierten Brief bedanken oder ihre Geschichte in anonymisierter Form auf einer Webplattform veröffentlichen. Auch die Spenderfamilien erhalten diese anonymisierten Kontaktmöglichkeiten.

Zum Bereich "Für Betroffene"

6.
Was wird am häufigsten gespendet?

Am häufigsten wird die Niere, gefolgt von Leber, Lunge, Herz, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm gespendet und transplantiert.

7.
Haben Angehörige Zeit, vom Verstorbenen Abschied zu nehmen?

Die Angehörigen haben nach der Organentnahme Zeit, sich vom Verstorbenen zu verabschieden.  Die Organentnahme verändert das Aussehen des Verstorbenen nicht, lediglich die Operationsnarbe ist zu sehen. Das Operationsteam oder die Koordinatorin vor Ort ist für die würdevolle Versorgung des Leichnams zuständig. Nach der Entnahme wird der Leichnam der Familie übergeben. Auf Wunsch wird der Verstorbene aufgebahrt. Die Bestattung erfolgt nach den Wünschen des Verstorbenen und dessen Angehörigen.

8.
Bleiben die gespendeten Organe in der Schweiz?

Swisstransplant arbeitet mit verschiedenen europäischen Transplantationsorganisationen, die ähnliche ethische und gesetzliche Grundlagen haben, eng zusammen. Wenn es in der Schweiz keinen passenden Empfänger für ein Organ gibt, wird das Organ den ausländischen Partnerorganisationen angeboten. Umgekehrt erhalten wir ebenso Angebote aus dem Ausland. Organe werden auch im internationalen Austausch nicht verkauft, ein Angebot ist immer kostenlos.

9.
Wie lange warten Patienten auf ein Organ?

Die Wartezeit variiert je nach benötigtem Organ, Gesundheitszustand und der Dringlichkeit der wartenden Person. Sie liegt zwischen wenigen Tagen und mehreren Jahren. Da in der Schweiz Organknappheit herrscht, ist der Gesetzgeber bestrebt, die zur Verfügung stehenden Organe so gerecht wie möglich zu verteilen.  Die durchschnittlichen Wartezeiten können Sie unserem Jahresbericht entnehmen.

10.
Wie stehen die Religionen zur Organspenden?

Alle grossen Weltreligionen sprechen sich eindeutig für die Organspende aus. Dies oft im Sinn der Nächstenliebe und der Mitmenschlichkeit.  Insbesondere der Katholizismus, der Protestantismus, der Islam, das Judentum, die orthodoxen Kirchen, der Hinduismus und auch der Buddhismus stehen der Organspende positiv gegenüber.

Einen Bericht über die Sicht der verschiedenen Weltreligionen zur Organspende finden Sie in unserem Magazin von März 2014.

Swisstransplant sprach mit Imam Ibram Youssef und Rabbi François Garaï über die Haltung der beiden Weltreligionen Judentum und Islam zur Organspende. Sehen und hören Sie dazu eindrückliche und überraschende Statements in Ton und Bild:

11.
Was sind Immunsuppressiva?

Immunsuppressiva sind Medikamente, welche die Funktionen des Immunsystems herabsetzen, um die Abstossungsreaktion nach einer Organtransplantation zu vermeiden. Diese Medikamente sind, wie alle Medikamente, nicht ohne Nebenwirkungen und Risiken. Es kann zu einer grundsätzlichen Einschränkung der Abwehrmechanismen kommen, was die Infektionsanfälligkeit steigern kann. Transplantierte müssen lebenslang Immunsuppressiva einnehmen.

12.
Kennen sich Spender und Empfänger?

Spender und Empfänger bleiben in der Schweiz anonym. Damit sollen sowohl die Familie des Spenders als auch die Empfänger vor zusätzlicher Belastung geschützt werden. Die Empfänger können sich aber via Swisstransplant bei den Angehörigen des Spenders in einem anonymisierten Brief bedanken oder ihre Geschichte in anonymisierter Form auf einer Webplattform veröffentlichen. Auch die Spenderfamilie erhalten diese anonymisierten Kontaktmöglichkeiten.

Link zu Dankesbrief

Link zu Habdank.ch.

13.
Was kostet ein Organ?

Ein Organ ist ein Geschenk des Spenders. Das medizinische Fachpersonal führt aber Arbeiten aus, die vergütet werden. So betreut es beispielsweise die spendende Person und ihre Angehörigen, übernimmt die Koordination mit der Nationalen Zuteilungsstelle Swisstransplant (Transport, Chirurgenteams, Empfänger etc.). Die gesamte Arbeit am hirntoten Patienten wird durch die Grundversicherung des Organempfängers erstattet.

Rund ums Spenden
1.
Gibt es für eine Organspende Geld?

Nein, eine Organspende erfolgt unentgeltlich, der Handel mit Organen ist gesetzlich verboten und strafbar (Artikel 6 und 7 Transplantationsgesetz). Auch Beerdigungskosten werden nicht übernommen. Einzige Ausnahme ist der Ersatz des Erwerbsausfalls bei einer Lebendspende.

2.
Wie viele Menschen kann ein Spender retten?

Durch einen Organspender können bis zu sieben Menschen transplantiert werden. Wenn Lunge und Leber zur Transplantation gesplittet (geteilt) werden, können sogar maximal neun Menschen von einem einzigen Spender Organe erhalten. Transplantationen ermöglichen oft nicht nur das Überleben, sondern verbessern die Lebensqualität eines Menschen massiv.

3.
Wie lange dauert der gesamte Spendeprozess?

Der gesamte Spendeprozess von der Hirntoddiagnose bis zum Abschluss der Organentnahme dauert in der Regel 12 bis 24 Stunden.

4.
Lassen Ärzte einen möglichen Organspender eher sterben?

Ob ein Patient sich für oder gegen eine Organspende entschieden hat, ändert nichts an der Intensität der Behandlung. Leben retten hat für jeden Arzt oberste Priorität. Dazu ist er aufgrund seines hippokratischen Eides verpflichtet. Es wird alles unternommen, um den Patienten zu retten, auch wenn dieser möglicherweise Spender  werden könnte.  

Das Thema Organspende wird zudem erst nach der Diagnose des Hirntodes angesprochen. Ob jemand seine Organe spenden möchte oder nicht ist also den behandelnden Ärzten vorher unter Umständen noch gar nicht bekannt.

Bei einem potentiellen herztoten Spender muss das Thema Organspende schon vor dem Todeszeitpunkt angesprochen werden. Das geschieht jedoch erst, wenn die Prognose aussichtlost (Fachbegriff „infaust“) ist.

5.
Was ist, wenn ich meine Meinung ändere?

Sie können Ihre Entscheidung zur Organspende jederzeit ändern. Da es kein Register gibt genügt es, die alte Spendekarte zu vernichten und eine neue auszufüllen, sowie die nächsten Angehörigen über die Änderung des Willens zu unterrichten.

6.
Sind ältere Versionen der Spenderkarte noch gültig?

Obwohl die bisherige Spenderkarte ihre Gültigkeit behält, empfehlen wir Personen, die in der Vergangenheit bereits eine Spenderkarte ausgefüllt haben, diese durch die neue Spendekarte zu ersetzen.

7.
Kann ich bestimmen, wer meine Organe erhält?

Die Organspende ist grundsätzlich anonym. Man kann jedoch verfügen, im Todesfall ein bestimmtes Organ einer bestimmten Person spenden zu wollen. Aufgrund des Nichtdiskriminierungsartikels (Artikel 17 Transplantationsgesetz) darf jedoch keine Patientengruppe (z.B. Geschlecht, Alter) bestimmt oder ausgeschlossen werden.

8.
Kann auch jemand, der zu Hause stirbt, Organspender werden?

Wer zu Hause stirbt, kann nicht zum Organspender werden, da die medizinisch notwendigen Vorbereitungen für eine Spende nur auf der Intensivstation eines Spitals möglich sind.

9.
Kann ein Kind Organspender werden?

Auch bei einem Kind ist eine Organspende möglich. Organe von Kindern werden primär auch Kindern zugeteilt. Lediglich bei Neugeborenen bis zu 28 Tagen wird aus ethischen und medizinischen Überlegungen auf die Frage einer Organspende verzichtet.

10.
Wer kommt als Spender in Frage?

Prinzipiell können alle Personen Organe spenden, ausser sie leiden an einer aktiven Krebserkrankung, einer Prionenerkrankung (z.B. Creuzfeldt-Jakob) oder einer nichtbehandelbaren Sepsis (Blutvergiftung). Entscheidend sind der Gesundheitszustand und die Funktionsfähigkeit der einzelnen Organe. Es gibt keine obere Alterslimite.

11.
Warum müssen Angehörige meine Wünsche zur Organspende kennen?

Falls keine Spendekarte vorliegt oder diese nicht auffindbar ist, müssen im Todesfall die Angehörigen im Sinne des Verstorbenen über eine Organspende entscheiden. Die Angehörigen müssen daher über ihren Wunsch informiert sein. Sie erleichtern Ihnen so auch die Entscheidung in einem schwierigen Moment.

12.
Wie teile ich mit, dass ich meine Organe spenden will?

Um die Bereitschaft zur Organspende mitzuteilen, brauchen Sie lediglich die Spendekarte auszufüllen oder den integrierten Spendeausweis der App Medical ID zu aktivieren. Tragen Sie diese stets bei sich. Juristisch gesehen stellt die Spendekarte eine Willenserklärung dar, die bis nach dem Tod Gültigkeit hat. Zusätzlich empfehlen wir, die Angehörigen über Ihren Spenderwunsch zu informieren. Falls Sie bestimmte Organe nicht spenden möchten, können Sie dies auf der Karte vermerken. In der Schweiz gibt es kein Spenderregister.

13.
Welche Organe und Gewebe können gespendet werden?

Folgende Organe können gespendet werden: Herz, Lunge, Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse (Pankreas), Langerhans'sche Inseln der Bauchspeicheldrüse und Dünndarm.
Gewebe können folgende gespendet werden: Hornhaut, Gehörknöchelchen, Knochen, Herzklappen, Blutgefässe, Haut, Knochenmark und Blut.

14.
Wer kann keine Organe spenden?

Absolute Kontraindikationen zur Organspende sind bösartige Tumore, Prionenerkrankungen (Creutzfeld-Jakob-Krankheit), Tollwut und eine nicht behandelbare Sepsis (Blutvergiftung). Bei anderen Erkrankungen werden die Organe einzeln evaluiert und es kann sein, dass nur ein Teil der Organe gespendet werden kann.

HIV- oder Hepatitis-positive Personen können an Empfänger spenden, die ebenfalls HIV oder Hepatitis positiv sind. Auch Personen, die eine Krebserkrankung hatten, welche erfolgreich behandelt werden konnte und seit fünf Jahren rückfallfrei sind, können Organe spenden.

15.
Was ist, wenn ich in die Ferien gehe?

Die Spendekarte ist auch im Ausland gültig. Falls Sie keinen Ausweis auf sich tragen, gelten die Gesetze des jeweiligen Landes, wobei je nach Land die Angehörigen kontaktiert werden.

16.
Bis zu welchem Alter ist Organspende möglich?

Es gibt keine obere Altersgrenze für Organspender. Der Gesundheitszustand des Spenders entscheidet darüber, ob eine Organspende möglich ist. Vor der Entnahme werden in jedem Fall die Funktionsfähigkeit und Eignung der Organe für eine Transplantation genauestens untersucht.

17.
Braucht es eine ärztliche Untersuchung, wenn man Organspender werden will?

Medizinische Abklärungen zu Lebzeiten sind nicht nötig, um die Bereitschaft zur Organspende zu signalisieren. Falls es gewünscht wird, kann eine bestimmte Krankheit auf der Spendekarte vermerkt werden.

18.
Bleiben die gespendeten Organe in der Schweiz?

Swisstransplant arbeitet eng mit Frankreich und der SAT (South Alliance of Transplantation) zusammen. Wenn es in der Schweiz keinen passenden Empfänger für ein Organ gibt, wird das Organ den ausländischen Partnerorganisationen angeboten. Umgekehrt erhalten wir ebenso Angebote aus dem Ausland.

19.
Wer muss nach meinem Tod zur Organspende einwilligen?

Seit dem 1. Juli 2007 gilt gesamtschweizerisch die "erweiterte Zustimmungslösung". Voraussetzung für die Entnahme von Organen ist demnach das Vorliegen der Zustimmung der spendenden Person oder – wenn diese keinen Willen geäussert hat – der nächsten Angehörigen.

Informationen zur Zustimmungs- und Widerspruchslösung finden Sie hier.

20.
Für was eine Spendekarte?

Auf der Spendekarte kann festgehalten werden, ob und wenn ja, welche Organe, Gewebe oder Zellen im Todesfall entnommen werden dürfen. Eine solche Erklärung kann abgeben, wer das 16. Lebensjahr vollendet hat. Der Entscheid für oder gegen die Organspende kann jederzeit rückgängig gemacht werden, indem die Spendekarte entsprechend geändert oder vernichtet wird. In jedem Fall – ob mit oder ohne Spendekarte –  sollten die nächsten Angehörigen über die getroffene Entscheidung informiert werden.

21.
Wie werden Organe zugeteilt?

Spenderorgane werden in Übereinstimmung mit dem Transplantationsgesetz und den geltenden Organzuteilungsverordnungen an die Empfänger, die in der Warteliste eingetragen sind, zugeteilt. Massgebliche Kriterien bei der Zuteilung sind die medizinische Dringlichkeit, der medizinische Nutzen und die Wartezeit. Es gelten zudem für jedes Organ individuelle Kriterien.

Rechtliche Grundlagen
1.
Bringt die Widerspruchslösung mehr Organspender?

Die Widerspruchslösung allein bringt nicht mehr Organspender. Sie kann aber einen positiven Effekt auf das Spenderaufkommen haben. Die Widerspruchslösung, kombiniert mit einem zentral geführten Register, kann ein Gespräch mit den Angehörigen im Hinblick auf eine Organspende erleichtern, da das Fachpersonal entweder von einem expliziten «Nein» oder einem impliziten «Ja» zur Organspende ausgehen kann.

2.
Was sind die Voraussetzungen für eine Organentnahme?

Eine Organspende ist nur dann möglich, wenn der Tod des Spenders zweifelsfrei festgestellt worden ist. Ein Mensch ist tot, wenn entweder der Hirntod (vollständiger und irreversibler Funktionsausfall des Hirns) oder ein irreversibler Herzstillstand (Donor after circulatory death, DCD) eingetreten ist. Zudem muss die Einwilligung zur Organspende vorhanden sein.

3.
Wer muss nach meinem Tod zur Organspende einwilligen?

Seit dem 1. Juli 2007 gilt gesamtschweizerisch die «erweiterte Zustimmungslösung». Voraussetzung für die Entnahme von Organen ist demnach das Vorliegen der Zustimmung der spendenden Person oder – wenn diese keinen Willen geäussert hat – der nächsten Angehörigen.


Informationen zur Zustimmungs- und Widerspruchslösung finden Sie unter «Rechtliche Grundlagen».

4.
Kann ich mich als Organspender registrieren?

Nein. Die Entscheidung für oder gegen eine Organspende wird in der Schweiz in keinem Register festgehalten. Neben dem Ausfüllen der Spendekarte müssen auch die nächsten Angehörigen informiert werden, damit diese über den Willen Bescheid wissen.

5.
Was bedeutet die Zustimmungslösung?

Die Zustimmungslösung bedeutet, dass von verstorbenen Personen nur Organe, Gewebe und Zellen entnommen werden dürfen, wenn sie explizit das Einverständnis dazu gegeben haben. In der Schweiz gilt die erweiterte Zustimmungslösung, das heisst, wenn keine schriftliche Zustimmung des Verstorbenen vorliegt und der Wille nicht bekannt ist, so müssen die nächsten Angehörigen stellvertretend im mutmasslichen Sinne der Verstorbenen über eine Organspende entscheiden.
Auch Deutschland, Dänemark, Holland, Irland und das Vereinigte Königreich haben die Zustimmungslösung als gesetzliche Grundlage für die Organspende.

6.
Was bedeutet die Widerspruchslösung?

Die Widerspruchslösung bedeutet, dass grundsätzlich alle Bürgerinnen und Bürger nach ihrem Tod als Organspender in Frage kommen, ausser sie äussern sich zu Lebzeiten ausdrücklich dagegen. Diese Rechtsform wird beispielsweise in Spanien und Frankreich praktiziert. Faktisch werden immer die Angehörigen gefragt, um den Willen des Verstorbenen zur Organspende zu evaluieren und ihre Zustimmung zu einer allfälligen Spende einzuholen. Die Widerspruchslösung kann in Kombination mit einem zentral geführten Register insbesondere denjenigen Menschen, die ihre Organe nicht spenden möchten, Sicherheit geben, denn ein explizites «Nein» wird dort verbindlich festgehalten.