Fragen und Antworten

Fragen und Antworten rund um die Organspende

  • Weshalb soll ich meine Organe spenden?

    Eine Organspenderin/ein Organspender kann bis zu sieben Menschenleben retten. In der Schweiz warten rund 1'457 Menschen auf ein neues Organ (Stand: Dezember 2020). Jährlich sterben etwa 100 Personen, weil ihnen kein passendes Organ zugeteilt werden konnte. Das sind ein bis zwei Personen pro Woche. Das alles sind Gründe, um nach dem eigenen Tod andere Leben zu retten. Falls keine Organspende-Karte vorliegt, diese nicht auffindbar ist und kein Eintrag im Organspenderegister besteht, müssen im Todesfall die Angehörigen im Sinn der verstorbenen Person über eine Organspende entscheiden. Die Angehörigen müssen daher über Ihren Wunsch informiert sein. Sie erleichtern Ihren Angehörigen so auch die Entscheidung in einem schwierigen Moment. Sie können Ihren Entscheid zur Organspende jederzeit ändern. Dazu ändern Sie einfach Ihren Eintrag im Nationalen Organspenderegister. Analog können Sie auch Ihre Organspende-Karte vernichten und eine neue ausfüllen sowie ihre Willensänderung Ihren Angehörigen mitteilen.

  • Wer kann Organe spenden? Wer nicht?

    Prinzipiell können alle Personen Organe spenden, die im Spital auf einer Intensivstation nach Hirntod oder infolge eines Herz-Kreislauf-Stillstands versterben. Nur eine aktive Krebserkrankung, eine Prionenerkrankung (Creuzfeldt-Jakob-Krankheit), Tollwut oder eine nichtbehandelbare Sepsis (Blutvergiftung) sind absolute Kontraindikationen für eine Organspende. Menschen, die eine erfolgreiche Krebsbehandlung hatten, können nach fünf tumorfreien Jahren ihre Organe spenden. Bei anderen Erkrankungen werden die Organe einzeln auf ihren Gesundheitszustand und Funktionsfähigkeit analysiert. Es kann möglich sein, dass nur ein Teil der Organe transplantiert werden kann.

    Menschen mit HIV oder Hepatitis können ihre Organe an Empfängerinnen und Empfänger spenden, die ebenfalls an HIV oder Hepatitis erkrankt sind oder die ihre Zustimmung gegeben haben, ein Organ von einer spendenden Person mit Hepatitis C zu erhalten.

    Die sexuelle Orientierung einer Person spielt bei der Organ- und Gewebespende keine Rolle.

  • Welche Organe und Gewebe können gespendet werden?

    Folgende Organe können gespendet werden: Herz, Lunge, Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und Dünndarm.
    Gewebe können folgende gespendet werden: Hornhaut, Gehörknöchelchen, Knochen, Herzklappen, Blutgefässe, Haut.
    Nebst Organen und Geweben kann man auch Langerhans'sche Inseln der Bauchspeicheldrüse, Blutstammzellen und Blut spenden. 

  • Wie teile ich mit, dass ich meine Organe spenden will?

    Um die Bereitschaft zur Organspende mitzuteilen, können Sie Ihren Entscheid im Nationalen Organspenderegister festhalten, eine Organspende-Karte ausfüllen oder die integrierte Organspende-Karte der Medical-ID App aktivieren. Juristisch gesehen stellen diese Einträge eine Willenserklärung dar, die bis nach dem Tod Gültigkeit hat. Zusätzlich empfehlen wir, die Angehörigen über Ihren Spendewunsch zu informieren. Falls Sie bestimmte Organe nicht spenden möchten, können Sie dies ebenfalls vermerken. 

  • Kann ich meinen Entscheid zur Organspende ändern?

    Sie können Ihren Entscheid zur Organspende jederzeit ändern. Dazu ändern Sie einfach Ihren Eintrag im Nationalen Organspenderegister. Analog können Sie auch Ihre Organspende-Karte vernichten und eine neue ausfüllen sowie Ihre Willensänderung Ihren Angehörigen mitteilen.  

  • Wie viele Menschen kann eine spendende Person retten?

    Durch eine Organspenderin oder einen Organspender können bis zu sieben Menschen transplantiert werden. Wenn Lunge und Leber zur Transplantation gesplittet (geteilt) werden, können sogar maximal neun Menschen von einer einzigen spendenden Person Organe erhalten. Transplantationen ermöglichen oft nicht nur das Überleben, sondern verbessern die Lebensqualität eines Menschen massiv.

  • Gibt es für eine Organspende Geld?

    Nein, eine Organspende erfolgt unentgeltlich, der Handel mit Organen ist gesetzlich verboten und strafbar (Artikel 6 und 7 Transplantationsgesetz). Auch Beerdigungskosten werden nicht übernommen. Einzige Ausnahme ist der Ersatz des Erwerbsausfalls bei einer Lebendspende.

  • Bis zu welchem Alter ist eine Organspende möglich?

    Es gibt keine obere Altersgrenze für Organspenderinnen und Organspender. Der Gesundheitszustand der spendenden Person entscheidet darüber, ob eine Organspende möglich ist. Vor der Entnahme werden in jedem Fall die Funktionsfähigkeit und Eignung der Organe für eine Transplantation genauestens untersucht.

  • Kann auch jemand, der zu Hause stirbt, seine Organe spenden?

    Wer zu Hause stirbt, kann nicht zur Organspenderin oder zum Organspender werden, da die medizinisch notwendigen Vorbereitungen für eine Spende nur auf der Intensivstation eines Spitals möglich sind.

  • Kann ein Kind Organe spenden?

    Auch bei einem Kind ist eine Organspende möglich. Organe von Kindern werden primär auch Kindern zugeteilt. Lediglich bei Neugeborenen bis zu 28 Tagen wird aus ethischen und medizinischen Überlegungen auf die Frage einer Organspende verzichtet.

  • Müssen meine Angehörigen meinen Entscheid über Organspende kennen?

    Falls keine Organspende-Karte (physische oder digitale Organspende-Karte) vorliegt, diese nicht auffindbar ist und Sie keinen Eintrag im Nationalen Organspenderegister gemacht haben, müssen im Todesfall die Angehörigen im Sinn der verstorbenen Person über eine Organspende entscheiden. Die Angehörigen müssen daher über Ihren Wunsch informiert sein. Sie erleichtern Ihren Angehörigen so auch die Entscheidung in einem schwierigen Moment.

  • Wie lange dauert der gesamte Spendeprozess?

    Der gesamte Spendeprozess von der Hirntoddiagnose bis zum Abschluss der Organentnahme dauert in der Regel 12 bis 24 Stunden.

  • Lassen Ärzteteams mögliche Organspenderinnen und Organspender eher sterben?

    Ob eine Patientin oder ein Patient sich für oder gegen eine Organspende entschieden hat, ändert nichts an der Intensität der Behandlung. Leben retten hat für jede Ärztin und jeden Arzt oberste Priorität. Dazu sind sie aufgrund ihres hippokratischen Eids verpflichtet. Es wird alles unternommen, um die Patientin oder den Patienten zu retten, auch wenn diese möglicherweise Spenderin oder Spender werden könnte.  

    Das Thema Organspende wird zudem erst nach der Diagnose des Hirntods angesprochen. Ob jemand seine Organe spenden möchte oder nicht, ist also den behandelnden Ärzteteams vorher unter Umständen noch gar nicht bekannt.

    Bei potenziellen herztoten Spendenden muss das Thema Organspende schon vor dem Todeszeitpunkt angesprochen werden. Das geschieht jedoch erst, wenn die Prognose aussichtslos (Fachbegriff «infaust») ist.

  • Kann ich bestimmen, wer meine Organe erhält?

    Die Organspende ist grundsätzlich anonym. Man kann jedoch verfügen, im Todesfall ein bestimmtes Organ einer bestimmten Person spenden zu wollen. Aufgrund des Nichtdiskriminierungsartikels (Artikel 17 Transplantationsgesetz) darf jedoch keine Patientengruppe (z. B. Geschlecht, Alter) bestimmt oder ausgeschlossen werden.

  • Ist meine Organspende-Karte und Eintrag im Nationalen Organspenderegister auch im Ausland gültig?

    Im Ausland gelten andere gesetzliche Regelungen, wobei unterschiedliche Modelle zur Einwilligung in die Organspende vorherrschen. Weit verbreitet sind die Widerspruchslösung und die (erweiterte) Zustimmungslösung. Verstirbt eine Person im Ausland, so greift die Regelung des jeweiligen Lands, nicht die des Heimatlands. Die Angehörigen werden angefragt und involviert.

  • Bleiben die gespendeten Organe in der Schweiz?

    Swisstransplant arbeitet mit verschiedenen europäischen Transplantationsorganisationen, die ähnliche ethische und gesetzliche Grundlagen haben, eng zusammen. Wenn es in der Schweiz keine passende Empfängerin oder keinen passenden Empfänger für ein Organ gibt, wird das Organ den ausländischen Partnerorganisationen angeboten. Umgekehrt erhalten wir ebenso Angebote aus dem Ausland. Organe werden auch im europaweiten Austausch nicht verkauft, ein Angebot ist immer kostenlos.

  • Sind ältere Versionen der Organspende-Karte noch gültig?

    Obwohl die bisherige Organspende-Karte ihre Gültigkeit behält, empfehlen wir Personen, die in der Vergangenheit bereits eine Organspende-Karte ausgefüllt haben, diese durch die neue Organspende-Karte zu ersetzen. Noch sicherer ist ein Eintrag im Nationalen Organspenderegister. Auch hier können Sie Ihren Eintrag jederzeit ändern.

  • Braucht es eine ärztliche Untersuchung, wenn man Organspender/in werden will?

    Medizinische Abklärungen zu Lebzeiten sind nicht nötig, um die Bereitschaft zur Organspende zu signalisieren. Entscheidend sind der Gesundheitszustand und die Funktionsfähigkeit der einzelnen Organe der verstorbenen Person. Vor der Entnahme werden in jedem Fall die Funktionsfähigkeit und Eignung der Organe für eine Transplantation genauestens untersucht. Falls es gewünscht wird, kann eine bestimmte Krankheit auf der Organspende-Karte oder im Nationalen Organspenderegister vermerkt werden. 

  • Was heisst Lebendspende?

    Gewisse Organspenden sind auch von lebenden Personen möglich. Die in der Praxis am häufigsten durchgeführte Transplantation eines Organs von einer Lebendspenderin oder einem Lebendspender ist die Nierentransplantation. Seltener wird ein Teil der Leber transplantiert. Lebendspenden sind in der Regel «gerichtet», das heisst, Spenderin oder Spender geben ihr Organ einer bestimmten Person, die sie kennen. Hierbei ist es nicht zwingend, dass Spender/in und Empfänger/in verwandt sind.

    Möglich ist auch eine sogenannte altruistische (selbstlose) Spende. Dabei spendet jemand aus Nächstenliebe anonym und ohne finanziellen Gewinn eine Niere.

    Detaillierte Informationen zum Thema Lebendspende finden Sie hier.

Fragen und Antworten rund um die Transplantation

  • Was ist eine Organtransplantation?

    Die Transplantation ist eine Operation, bei der ein krankes Organ durch ein gesundes ersetzt wird. Das gesunde Organ wird einer verstorbenen Person entnommen. Gewisse Organe und Gewebe können auch von lebenden Personen gespendet werden. Für eine Organtransplantation kommen Patientinnen und Patienten in Frage, bei denen keine andere medizinische Therapiemöglichkeit mehr besteht. Der Patient, der das Organ erhält, wird als Empfänger, der Gebende als Spender bezeichnet.

  • Welche Patienten sind auf eine Transplantation angewiesen?

    Auf die Warteliste aufgenommen werden Patientinnen und Patienten mit schwerwiegenden Einschränkungen einer Organfunktion, bei denen alle anderen Therapiemöglichkeiten bereits ausgeschöpft sind.

  • Wie werden die Organe entnommen? Was passiert mit dem Körper nach einer Transplantation?

    Die Organentnahme wird im Operationssaal von Chirurgenteams wie eine ganz normale Operation durchgeführt. Der Organspenderin/dem Organspender wird bei der Organentnahme zur Regulation des Blutdrucks und der Ausschaltung der spinalen Reflexe eine Narkose verabreicht.

    Nach der Entnahme der Organe ist lediglich eine Operationsnarbe zu sehen; das Aussehen der verstorbenen Person ist nicht verändert. Der Körper wird nach der Entnahme den Angehörigen übergeben, damit sie sich von der verstorbenen Person in Ruhe verabschieden und diese nach Wunsch bestatten können.

  • Wie werden Organe zugeteilt?

    Spendeorgane werden in Übereinstimmung mit dem Transplantationsgesetz und den geltenden Organzuteilungsverordnungen an die Empfängerinnen und Empfänger zugeteilt, die in der Warteliste eingetragen sind. Massgebliche Kriterien bei der Zuteilung sind die medizinische Dringlichkeit, der medizinische Nutzen und die Wartezeit. Es gelten zudem für jedes Organ individuelle Kriterien.

  • Wie viel kostet eine Transplantation?

    Herz-, Lungen- und Dünndarmtransplantationen kosten zwischen rund 150‘000 und 250‘000 Franken; Lebertransplantationen zwischen 110‘000 und 180‘000 Franken und Nieren-, Pankreas- und Inseltransplantationen zwischen 60‘000 und 100‘000 Franken. Leistungen wie Rehabilitation, Nachuntersuchungen oder Medikamente, die nicht während des Spitalaufenthalts anfallen, sind in diesen Kosten nicht enthalten.

    Ein Teil der Transplantationskosten wird mit den Fallpauschalen von SwissDRG vergütet. Die Abgeltung der übrigen Leistungen werden in einem Vertrag zwischen dem Schweizerischen Verband für Gemeinschaftsaufgaben der Krankenversicherer (SVK) und H+ die Spitäler der Schweiz geregelt.
    Die nach SwissDRG berechneten Kosten pro Transplantation variieren erheblich, denn in die komplexe Berechnung fliessen mehrere Faktoren ein: eine Pauschale, die die Schwere eines Falls und die Umstände bei der Transplantation berücksichtigt, ein Basispreis (Baserate), der für jedes Spital unterschiedlich hoch ist und das sogenannte Kostengewicht, das den durchschnittlichen Behandlungsaufwand einer Fallgruppe beschreibt.

Fragen und Antworten zu den rechtlichen Grundlagen

  • Was sind die Voraussetzungen für eine Organentnahme?

    Eine Organspende ist nur dann möglich, wenn der Tod der Spenderin oder des Spenders festgestellt worden ist. Ein Mensch ist tot, wenn entweder der Hirntod (vollständiger und irreversibler Funktionsausfall des Hirns) oder ein irreversibler Herz-Kreislauf-Stillstand (Donor after circulatory death, DCD) eingetreten ist. Zudem muss die Einwilligung zur Organspende vorhanden sein. In jedem Fall findet ein Angehörigengespräch statt. Hier lesen Sie noch mehr über Voraussetzungen zur Organentnahme.

  • Wer muss nach meinem Tod zur Organspende einwilligen?

    Seit dem 1. Juli 2007 gilt gesamtschweizerisch die «erweiterte Zustimmungslösung». Voraussetzung für die Entnahme von Organen ist demnach das Vorliegen der Zustimmung der spendenden Person oder – wenn diese keinen Willen geäussert hat – der nächsten Angehörigen. In jedem Fall findet ein Angehörigengespräch statt.

    Informationen zur Zustimmungs- und Widerspruchslösung finden Sie hier.

  • Kann ich mich als Organspenderin oder Organspender registrieren?

    Ja. Ihren Entscheid für oder gegen eine Organ- und Gewebespende können Sie im Nationalen Organspenderegister festhalten. Ein Eintrag im Nationalen Organspenderegister schafft Sicherheit und Klarheit und kann von Swisstransplant im Ernstfall jederzeit abgerufen werden. In jedem Fall findet ein Angehörigengespräch statt.

  • Was bedeutet die «explizite Zustimmung»?

    Ohne dokumentierte Zustimmung ist keine Organ- und Gewebespende möglich. Die «explizite Zustimmung» ist das aktuell gültige System in der Schweiz mit erweiterter Lösung: Die Zustimmung erfolgt mittels Eintrag im Nationalen Organspenderegister, mittels einer Organspende-Karte, einer Patientenverfügung oder der Zustimmung durch die Angehörigen im mutmasslichen Sinn der verstorbenen Person. Dieses stellvertretende Mitspracherecht der Angehörigen wird als «erweiterte Lösung» bezeichnet. In jedem Fall findet ein Angehörigengespräch statt. Der Eintrag im Nationalen Organspenderegister ist freiwillig.

  • Was bedeutet die «vermutete Zustimmung»?

    Das Prinzip der «vermuteten Zustimmung» bedeutet, dass auch ohne dokumentierte Zustimmung eine Organ- und Gewebespende möglich ist. Das ist der Vorschlag der Eidgenössischen Volksinitiative «Organspende fördern – Leben retten»: Die Schweiz müsste ein offizielles Register für Personen einführen, die sich gegen eine Organspende entscheiden. Die Angehörigen könnten bei fehlendem Eintrag ins Register eine Organspende verhindern, einen bestehenden Eintrag aber nicht übergehen. Der Wunsch, keine Organe zu spenden, würde so sicher umgesetzt. Dieses Mitspracherecht der Angehörigen wird als «erweiterte Lösung» bezeichnet. Für die vermutete Zustimmung braucht es ein Register.

    Zurzeit wird die erweiterte Widerspruchslösung als Gegenvorschlag des Bundesrats zur Volksinitative diskutiert. Mehr dazu finden Sie hier. Diesen Vorschlag bejaht das Parlament mit über 70 % Zustimmung.

  • Führt die «erweiterte Widerspruchslösung» zu mehr Organspenden?

    Ja, man geht davon aus, dass sich die Spendezahlen massgeblich erhöhen. Mehr zum europäischen Vergleich finden Sie hier.

Allgemeine Fragen und Antworten

  • Was sind Gewebebanken?

    Gewebebanken haben zum Ziel, menschliche Gewebe nach der Entnahme aufzubereiten und zu lagern. Da Gewebe im Gegensatz zu Organen nicht sofort transplantiert werden müssen und auch in der Aufarbeitungs- und Konservierungsphase Sterilisationsverfahren und Quarantänezeiten angewandt werden, wird das Risiko einer Übertragung von Krankheitserregern weitgehend verhindert.

    Wenn die entnommenen Gewebe von den Banken entgegengenommen werden, durchlaufen diese einen langen, von der Europäischen Kommission in Regelungen und Direktiven festgelegten Prozess. Zuerst werden die Identität der spendenden Person und alle von den Koordinatoren erfassten Daten über sie überprüft. Danach wird das Gewebe untersucht, präpariert und entweder in einer Konservierungslösung als frisches Transplantat kühl gelagert (z. B. Hornhaut) oder bei Temperaturen von unter minus 80°C tiefgefroren (z. B. Herzklappen). Bei Knochen kommen auch Sterilisationsverfahren und die Umwandlung in Knochenersatzpräparate zum Einsatz, die in der Schweiz dem Arzneimittelgesetz unterliegen.

    Da in den meisten Gewebebanken Gewebe vorrätig sind, können die transplantierenden Spitäler und Praxen die Gewebe direkt bestellen. Das erlaubt auch, bei lebensrettenden Notfalloperationen, beispielsweise bei der Transplantation von Gefässen oder Herzklappen, die passenden Gewebetypen sofort zur Verfügung zu stellen.

  • Kann ich nach dem Tod meinen Körper spenden?

    Es besteht die Möglichkeit nach dem Tod seinen Körper einem anatomischen Institut zu spenden. Werden beide Möglichkeiten (Organ- und Körperspende) in Betracht gezogen, hat die Organspende Vortritt. Dies ist sinnvoll, da nicht jede verstorbene Person Organe spenden kann. Nach einer Organspende akzeptieren die anatomischen Institute keine Körperspenden.

    Das Anatomische Institut in Ihrer Nähe kann Ihnen weitere Informationen zu diesem Thema geben.

    Bern: 031 631 84 33
    Zürich: 044 635 53 11
    Basel: 061 207 39 21
    Genf: 022 379 52 75
    Lausanne: 021 692 52 50
    Freiburg: 026 300 85 40

  • Was ist eine Knochenmarkspende?

    Blutbildendes Knochenmark kann nur von lebenden Spenderinnen und Spendern entnommen werden. Es kann auch auf eine nicht verwandte Person übertragen werden. Wenn Sie an einer Informationsbroschüre oder weiteren Auskünften interessiert sind, wenden Sie sich bitte an:

    Swiss Blood Stem Cells
    Laupenstrasse 37
    3001 Bern
    Tel. 031 380 81 51
    www.bloodstemcells.ch

  • Welche vorbereitenden medizinischen Massnahmen werden durchgeführt?

    Bei den vorbereitenden oder auch organerhaltenden medizinischen Massnahmen bei verstorbenen Spenderinnen und Spendern im Hirntod wird die künstliche Beatmung weitergeführt, es werden Medikamente zur Regulation von Kreislauf und Hormonhaushalt verabreicht und Blutentnahmen für Laboruntersuchungen durchgeführt. Gleichzeitig werden die einzelnen Organe beispielsweise mittels Ultraschall oder radiologischen Verfahren auf ihre Funktionalität geprüft. Mit Blutentnahmen und Untersuchungen im Hinblick auf eine Organspende wird erst nach dem diagnostizierten Hirntod und Vorliegen der Einwilligung zur Spende begonnen. Lesen Sie mehr zum Thema: «Wie wird der Tod festgestellt?»

  • Können Angehörige erfahren, wer die Organe erhält?

    Nein. Die Spende von Organen erfolgt anonym, um die Familie der Spenderin oder des Spenders wie auch die Empfängerin oder den Empfänger vor zusätzlichen Belastungen zu schützen. Die Empfänger können sich aber via Swisstransplant oder Transplantationszentren bei den Angehörigen der Spenderin oder des Spenders in einem anonymisierten Dankesbrief bedanken oder ihre Geschichte in anonymisierter Form auf der Plattform «Habdank» veröffentlichen. Auch die Spendefamilien erhalten diese anonymisierten Kontaktmöglichkeiten.

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  • Was wird am häufigsten gespendet?

    Am häufigsten wird die Niere, gefolgt von Leber, Lunge, Herz, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm gespendet und transplantiert.

  • Haben Angehörige Zeit, von der verstorbenen Person Abschied zu nehmen?

    Die Angehörigen haben nach der Organentnahme Zeit, sich von der verstorbenen Person zu verabschieden. Die Organentnahme verändert das Aussehen der verstorbenen Person nicht, lediglich die Operationsnarbe ist zu sehen. Das Operationsteam oder die Koordinatorin/der Koordinator vor Ort ist für die würdevolle Versorgung des Leichnams zuständig. Nach der Entnahme wird der Leichnam der Familie übergeben. Auf Wunsch wird die verstorbene Person aufgebahrt. Die Bestattung erfolgt nach den Wünschen der verstorbenen Person und dessen Angehörigen.

  • Was ist das Mindestalter, um seinen Entscheid zur Organspende verbindlich zu dokumentieren?

    Jede Person ab 16 Jahren kann sich im Nationalen Organspenderegister eintragen oder eine Organspende-Karte ausfüllen. Stellt sich beim Todesfall im Spital die Frage nach einer Organspende, entscheiden die gesetzlichen Vertreter des betroffenen Kinds. 

  • Wie lange warten Patientinnen und Patienten auf ein Organ?

    Die Wartezeit variiert je nach benötigtem Organ, Gesundheitszustand und der Dringlichkeit der wartenden Person. Sie liegt zwischen wenigen Tagen und mehreren Jahren. Da in der Schweiz Organknappheit herrscht, ist der Gesetzgeber bestrebt, die zur Verfügung stehenden Organe so gerecht wie möglich zu verteilen. Die durchschnittlichen Wartezeiten können Sie unserem Jahresbericht entnehmen.

  • Wie stehen die Religionen zur Organspenden?

    Alle grossen Weltreligionen sprechen sich eindeutig für die Organspende aus. Dies oft im Sinn der Nächstenliebe und der Mitmenschlichkeit.  Insbesondere der Katholizismus, der Protestantismus, der Islam, das Judentum, die orthodoxen Kirchen, der Hinduismus und auch der Buddhismus stehen der Organspende positiv gegenüber.

    Einen Bericht über die Sicht der verschiedenen Weltreligionen zur Organspende finden Sie in unserem Magazin von März 2014.

    Swisstransplant sprach mit Imam Ibram Youssef und Rabbi François Garaï über die Haltung der beiden Weltreligionen Judentum und Islam zur Organspende. Sehen und hören Sie dazu eindrückliche und überraschende Statements in Ton und Bild:

  • Was sind Immunsuppressiva?

    Immunsuppressiva sind Medikamente, die die Funktionen des Immunsystems herabsetzen, um die Abstossungsreaktion nach einer Organtransplantation zu vermeiden. Diese Medikamente sind, wie alle Medikamente, nicht ohne Nebenwirkungen und Risiken. Es kann zu einer grundsätzlichen Einschränkung der Abwehrmechanismen kommen, was die Infektionsanfälligkeit steigern kann. Transplantierte Menschen müssen lebenslang Immunsuppressiva einnehmen.

  • Kennen sich die spendende und die empfangende Person?

    Spender/innen und Empfänger/innen bleiben in der Schweiz anonym. Damit sollen sowohl die Familie der spendenden Person als auch die Empfängerin oder der Empfänger vor zusätzlicher Belastung geschützt werden. Die Empfängerinnen und Empfänger können sich jedoch via Swisstransplant bei den Angehörigen der Spenderin oder des Spenders in einem anonymisierten Dankesbrief bedanken oder ihre Geschichte in anonymisierter Form unter «Habdank» veröffentlichen. Auch die Spendefamilie erhalten diese anonymisierten Kontaktmöglichkeiten.