Brief vom 20. März 2017

Liebe Spenderin und Angehörige

In der Nacht vom 2. April 2005 hörte meine lange Wartezeit endlich auf. Du hast mir mit deiner Leber ein zweites Leben geschenkt, für das ich dir unendlich dankbar bin. Die Operation ging ganze 15 Stunden, in der es vor allem für meine Mutter eine Zeit des Wartens und der Angst war. Nach all den Stunden bekam meine Mutter die erlösende Nachricht, dass alles gut gegangen ist, wobei sie weinend vor Freude auf die Knie fiel. Ich stand ganze zwei Tage nach der Operation unter Schock, wobei ich die ganze Zeit auf einen Punkt an der Decke gestarrt habe. Nach zwei Tagen schaute ich meine Mutter an und der erste Satz, den ich ihr sagte, war: „Mami ich habe Hunger!“. Da wusste sie, dass alles wieder gut war. Von der Operation habe ich mich sehr schnell wieder erholt, schon nach einem Monat durfte ich wieder nach Hause gehen.

Seit meiner Operation geht es mir wirklich sehr gut und ich kann alles machen ohne Behinderungen. Ich habe nur einen kleineren Schaden von meiner Krankheit davon getragen. Alle etwa 4 – 5 Jahre macht meine Leber eine so gesagte „Fehlbildung“. Jetzt habe ich einen Knoten an der Lunge, den ich bald raus operieren muss, weil er sich sonst zu Krebs bilden kann.

Ich hoffe, dass es mir weiterhin immer so gut gehen wird und dass ich nie etwas Grösseres haben werde, da ich wirklich schon genug Zeit im Krankenhaus verbracht habe.

Ich möchte meiner Spenderin nochmals von Herzen danken, da ich dank ihr weiterleben darf. Für mich ist jede Minute und jeder Atemzug ein Geschenk. Jeder Schritt und jeder Augenblick ist für mich ein weiteres Geschenk. Ich hoffe für die Angehörigen, dass Sie den Verlust gut verarbeiten konnten und wünsche Ihnen nur das Beste und viel Gesundheit.

Deine dankbare Empfängerin