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Fragen und Antworten zum Nationalen Organspenderegister
1.
Was ist das Nationale Organspenderegister?

Das Organspenderegister stellt eine moderne Lösung für die Organspende-Karte dar. Es ist eine gesicherte Datenbank, in welcher der persönliche Entscheid, ob eine Organ- und/oder Gewebespende infrage kommt oder nicht, festgehalten wird. Optional kann der Entscheid auch einer bestimmten Vertrauensperson überlassen werden.

2.
Was wird im Register eingetragen?

Im Nationalen Organspenderegister können Sie Ihren Entscheid, für oder gegen die Organ- und Gewebespende, festhalten. Konkret haben Sie folgende Optionen:

  • Ja zur Entnahme aller Organe und Gewebe
  • JA zu ausgewählten Organen und Gewebe
  • Nein zur Entnahme von Organen und Gewebe
  • Der Entscheid wird einer bestimmten Vertrauensperson überlassen

Daneben halten Sie fest, ob Sie nicht transplantierbare Organe und Gewebe für bewilligte Forschungszwecke freigeben möchten oder nicht (nur für Forschungszwecke, die von einer Ethikkommission bewilligt sind). Siehe auch: Was bedeutet es, seine Organe für die Forschung freizugeben?

3.
Weshalb soll ich mich im Nationalen Organspenderegister eintragen?

Der Eintrag im Nationalen Organspenderegister gibt Ihnen und Ihren Angehörigen die Gewissheit, dass es nur zu einer Organ- und Gewebespende kommt, wenn Sie diesen Entscheid auch so festgehalten haben. Wenn ein Ja-Eintrag erfasst ist, besteht eine Zustimmung zu einer Organ- und Gewebespende, wenn ein Nein-Entscheid hinterlegt wurde, werden keine Organe und Gewebe entnommen. Die Angehörigen wie auch das Spitalpersonal werden durch einen Registereintrag entlastet. Sie erhalten die Gewissheit, Ihren Wunsch richtig umzusetzen. Mit einem Registereintrag liegt ein klar geäusserter Wunsch vor. Es geht letztendlich und ausschliesslich um die Umsetzung Ihres Wunsches, ob Organe und Gewebe entnommen werden dürfen oder nicht.

4.
Es gibt doch schon die Organspende-Karte, weshalb jetzt auch noch das Register?

Das Nationale Organspenderegister  ist eine moderne Lösung für die bisherige Spendenkarte. Der Entscheid wird nicht mehr auf Papier, sondern in einer gesicherten Datenbank festgehalten. Die Praxis hat gezeigt, dass  Organspende-Karte verloren gehen können oder im Ernstfall nicht gefunden werden. Im Nationalen Organspenderegister ist Ihr Eintrag zentral abgelegt. Im Todesfall können die zuständigen Fachpersonen im Spital eine Abfrage des Registers über Swisstransplant veranlassen (siehe auch Wie funktioniert das Register im Todesfall?).

Fragen und Antworten zu Ihrem Entscheid im Organspenderegister
1.
Welche Organe, Gewebe und Zellen können gespendet werden?

Folgende Organe können gespendet werden: Herz, Lunge, Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und Dünndarm. Gewebe können folgende gespendet werden: Hornhaut, Gehörknöchelchen, Knochen, Herzklappen, Blutgefässe, Haut. Nebst Organen und Geweben kann man auch Langerhans'sche Inseln der Bauchspeicheldrüse, Blutstammzellen und Blut spenden. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

2.
Kann ich meinen Entscheid ändern?

Sie können Ihren Entscheid (nach der Validierung Ihres Eintrags) jederzeit ändern. Mit Ihren Login-Daten melden Sie sich im Register wieder an und ändern Ihren Eintrag.

3.
Wie funktioniert das Register im Todesfall?

Bei einem Todesfall im Spital und falls der Patient für eine Spende infrage kommt, ruft die zuständige medizinische Fachperson bei Swisstransplant an und fragt nach, ob ein Register-Eintrag der betroffenen Person besteht. Ist dies der Fall, übermitteln die Swisstransplant-Koordinatoren dem Spital das Datenblatt mit dem festgehaltenen und unterschriebenen Entscheid. Dieses Datenblatt wird den Angehörigen bzw. der Vertrauensperson im Gespräch im Spital vorgelegt und besprochen.

4.
Was bedeutet es, seine Organe für die Forschung freizugeben?

Wenn Sie sich für eine Organ- und Gewebespende entschieden haben, kann es sein, dass nicht alle Ihre Organe oder Gewebe transplantiert werden können. Medizinische Untersuchungen können beispielsweise eine ungenügende Organ-Funktion aufdecken, die zeitlebens unentdeckt geblieben war. Diese für eine Transplantation nicht geeigneten Organe können zu Forschungszwecken freigegeben werden. Im Nationalen Organspenderegister können Sie daher festhalten, ob alle oder nur einzelne Organe und Gewebe, die nicht transplantiert werden können, für bewilligte Forschungsprojekte weiterverwendet werden dürfen oder ob Sie das nicht möchten. Die Forschung an verstorbenen Personen unterliegt dem Bundesgesetz über die Forschung am Menschen (Humanforschungsgesetz Art. 36ff). Organe, Gewebe und Zellen dürfen nur nach Einwilligung der verstorbenen Person entnommen werden. Liegt keine dokumentierte Einwilligung oder Ablehnung der verstorbenen Person vor, so dürfen Organe und Gewebe zu Forschungszwecken nur dann verwendet werden, wenn die nächsten Angehörigen oder eine von der verstorbenen Person zu Lebzeiten bezeichnete Vertrauensperson einwilligen. Zudem müssen Studien mit Organen und Geweben verstorbener Personen von einer Ethikkommission bewilligt worden sein.

5.
Wer hilft mir bei Problemen?

Wir helfen Ihnen gerne: Rufen Sie uns an: Telefon +41 58 123 80 00 (zu Bürozeiten) oder schreiben Sie eine E-Mail an register@swisstransplant.ch.

6.
Wer kann sich im Register eintragen?

Alle in der Schweiz und in Liechtenstein wohnhaften Personen (und Grenzgängerinnen und Grenzgänger) über 16 Jahren. Sie brauchen eine gültige E-Mail-Adresse.

7.
Kann ich meine Kinder ins Register eintragen?

Jede Person ab 16 Jahren kann sich ins Nationale Organspenderegister eintragen oder eine Spendekarte ausfüllen. Stellt sich beim Todesfall im Spital die Frage nach einer Organspende, entscheiden die gesetzlichen Vertreter des betroffenen Kindes. 

8.
Kann ich mir einen Account mit meinem/-r Partner/-in teilen?

Nein. Jede Person muss ihren Entscheid in einem eigenen Eintrag hinterlegen.

9.
Was mache ich, wenn ich keine E-Mail-Adresse habe?

Für einen Eintrag in das Nationale Organspenderegister benötigen Sie zwingend eine E-Mail-Adresse. Eine solche können Sie bei vielen Anbietern kostenlos erstellen. Andernfalls können Sie auch eine Spendekarte in Papierform erstellen und bei sich tragen. In jedem Fall ist es wichtig, mit Ihren Angehörigen über Ihren Entscheid zu sprechen.

10.
Wer hat Zugriff auf meine Daten?

Zu Lebzeiten hat ausser Ihnen niemand Zugriff auf Ihre Daten. Das Nationale Organspenderegister  ist eine webbasierte, den höchsten Qualitäts- und Sicherheitsstandards entsprechende Datenbank. Ihre Daten im Zusammenhang mit dem Register werden in einem sicheren Rechenzentrum in der Schweiz gespeichert, mit dessen Betreiber Swisstransplant angemessene Massnahmen zur Wahrung des Datenschutzes und der Datensicherheit vertraglich vereinbart hat. Es werden keine Daten aus dem Register veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben. Im Todesfall, das heisst bei aussichtsloser Prognose und nach beschlossenem Therapieabbruch, können behandelnde Spitäler eine Abfrage im Register durchführen lassen, ob der betreffende Patient über einen Eintrag im Register verfügt. Die Abfrage erfolgt über die Nationale Koordination von Swisstransplant. Besteht ein Eintrag im Register, wird dem anfragenden Spital ein Ausdruck des unterzeichneten Datenblatts zugestellt. Dieses Datenblatt enthält neben der Originalunterschrift auch den Entscheid der eingetragenen Person. Dieses wird den Angehörigen bzw. der Vertrauensperson im Gespräch im Spital vorgelegt und besprochen.

Fragen und Antworten zu Alternativen
1.
Gilt die Organspende-Karte immer noch?

Die Organspende-Karte ist weiterhin gültig. Die Praxis zeigt jedoch, dass dieses Dokument nur selten gefunden wird. Steht die Frage einer Organ- und Gewebespende im Raum fehlt ein solches Dokument oft und in rund der Hälfte der Angehörigengespräche ist der Wunsch des Verstorbenen der Familie nicht bekannt. Ein Register bietet daher mehr Sicherheit, um im Ernstfall auf den Entscheid des Verstorbenen zugreifen zu können.

2.
Erhalte ich nach dem Register-Eintrag eine Organspendenkarte?

Nach der Validierung Ihres Eintrags erhalten Sie von uns eine Bestätigung per E-Mail, dass Ihre Daten und Ihr persönlicher Entscheid in der zentralen Datenbank gespeichert wurden. Sie erhalten jedoch keine Bestätigung in Form einer physischen Organspendekarte. Im Ernstfall kontaktiert das Spitalpersonal die Nationale Koordination von Swisstransplant, die Ihren Eintrag mit Ihrem persönlichem Entscheid im Nationalen Organspenderegister abfragen wird.

3.
Soll ich meine Organspendekarte weiterhin auf mir tragen?

Grundsätzlich reicht Ihr Eintrag im Nationalen Organspenderegister, denn Ihr Entscheid ist damit zentral abgelegt und kann im Ernstfall durch die Nationale Koordination von Swisstransplant abgefragt werden. Nach Wunsch können Sie Ihre Organspendekarte weiterhin auf sich tragen. Wichtig ist einfach, dass Ihr Entscheid auf der Spendekarte mit jenem im Register übereinstimmt.

4.
Bleibt die Patientenverfügung gültig?

Die Patientenverfügung kann weiterhin ausgefüllt werden und ist gültig. Jede Art der Willensäusserung wird im Gespräch mit den Angehörigen diskutiert. Bei unterschiedlichen Aussagen wird die aktuellste Willensäusserung berücksichtigt. Bei nicht urteilsfähigen Personen übernehmen wie bisher die verantwortlichen Personen (Eltern, Vormund) die Entscheidung.

5.
Kann man die Medical-ID-App weiterhin verwenden?

Die Medical-ID-App wird vorderhand weiterhin zur Verfügung stehen. Die Praxis zeigt jedoch, dass ein Eintrag darauf – wie bei der Spende-Karte – nur selten gefunden wird. Steht die Frage einer Organ- und Gewebespende im Raum, ist in rund der Hälfte der Angehörigengespräche der Wunsch des Verstorbenen der Familie nicht bekannt. Ein Register bietet daher mehr Sicherheit, um im Ernstfall auf den Entscheid des Verstorbenen zugreifen zu können.

Andere Fragen und Antworten
1.
Wie hängt das Register von Swisstransplant mit dem Register von der Volksinitiative zusammen?

Das Nationale Organspenderegister von Swisstransplant ist unabhängig von der lancierten Volksinitiative «Organspende fördern – Leben retten» entwickelt worden. Es handelt sich beim Nationalen Organspenderegister  um eine Datenbank, in der sich Zustimmung oder Ablehnung zur Organ- und Gewebespende erfassen lassen. Die Volksinitiative «Organspende fördern – Leben retten» von JCI strebt die Verfassungsänderung zur vermuteten Zustimmung an, d.h. alle Personen würden grundsätzlich zu Organspendenden ausser sie sagen explizit nein dazu. Das Register, von dem bei der Volksinitiative gesprochen wird, wäre ein Register, in welchem sich demzufolge alle Personen eintragen würden, die Nein zur Organ- und Gewebespende sagen.