Transplantation von Gewebe

Eine Gewebetransplantation kann notwendig werden, wenn das eigene Gewebe durch eine Erkrankung, eine Infektion oder einen Unfall zerstört wird. Gewebespenden stammen in den meisten Fällen von einer verstorbenen Person, welche sich zu Lebzeiten dafür entschieden hat.

Fast jede verstorbenen Person kann ein potentieller Gewebespender sein. Es gelten nicht die gleichen generellen Ausschlusskriterien wir für die Organspende

Gewebe kann auch von lebenden Personen stammen. Hier unterscheidet man zwischen allogenen (Spender und Empfänger sind unterschiedliche Personen) und autologen (Spender und Empfänger ist die gleiche Person) Gewebespende.

Folgende Gewebe können gespendet und transplantiert werden: Augenhornhaut (Cornea), Herzklappen, Blutgefässe, Knochen, Knorpel, Sehnen, Bänder, Amnionmembran, Haut und Inselzellen.

  • Augenhornhaut (Cornea)

    Die Transplantation von Augenhornhaut ist ein medizinischer Routineeingriff. Pro Jahr werden in der Schweiz ca. 900 Corneas transplantiert. Eine Verletzung oder Eintrübung der Augenhornhaut kann so schlimm sein, dass sie bis zur Erblindung führt. Die Transplantation kann einem Menschen die Sehkraft zurückgeben und die Lebensqualität enorm verbessern. Augenhornhaut stammt ausschliesslich von spendenden verstorbenen Personen.

  • Herzklappen

    Für geschädigte Herzklappen gibt es verschiedene Ersatzverfahren. Die Herzklappen können mechanisch aus Metall oder Kunststoff oder biologischer Herkunft sein. Heute werden praktisch ausschliesslich Herzklappen tierischer Herkunft verwendet, da – im Gegensatz zu mechanischen Herzklappen – keine Blutverdünnung benötigt wird. Tierische Klappen degenerieren schneller als menschliche Herzklappen und müssen nach 10 bis 15 Jahren ersetzt werden.

    Gespendete Herzklappen können von spendenden verstorbenen Personen (wenn sich das Herz nicht als Ganzes zur Transplantation eignet) wie auch von Lebendspendern stammen.

  • Blutgefässe

    Blutgefässe können durch Ablagerungen verengen oder verstopfen. Verengte Blutgefässe können im Bereich des Herzens lebensbedrohlich sein und dazu führen, dass eine Transplantation von Gefässen mittels eines Bypasses nötig ist.

    Blutgefässe können von einem verstorbenen Spender aber auch vom Empfänger selbst, als autologe Spende, stammen. Bei der autologen Spende wird direkt während der Operation des Patienten ein Blutgefäss entnommen und an der benötigten Stelle transplantiert.

  • Haut

    Mit einer Hauttransplantation lassen sich grossflächige Wunden (Verbrennungen, Tumore oder chronische Wunden) verschliessen. Eine Hauttransplantation kann nach einer Verbrennung lebensrettend sein. Die Hautspende stammt bei grossflächigen Defekten von spendenden verstorbenen Personen. Bei kleineren Läsionen kommen Eigenhauttransplantationen zum Tragen. Intakte  Haut wird an einer  Stelle, z.B. dem Oberschenkel, entnommen und bei der gleichen Person auf die beschädigte Stelle transplantiert.

  • Muskuloskelettales Gewebe

    Der menschliche Bewegungsapparat besteht aus Knochen, Gelenken, Bändern, Knorpeln, Muskeln, Sehnen und Faszien. Verletzungen, Infektionen oder Tumore können diese Gewebe zerstören. Muskuloskelettales Gewebe stammt von spendenden verstorbenen Personen oder von einer Lebendspende.

    Mit Hilfe einer Knochentransplantation kann die Stabilität und Funktion des Knochen wiederhergestellt werden. Die Transplantation von Sehnen und Bänder ermöglicht die Beweglichkeit der Gelenke wiederherzustellen, zu erhalten und dadurch eine Versteifung des betroffenen Gelenkes zu verhindern.