Wichtigste Fragen

Drei wichtige Fragen rund um die Organspende:

1. Welche Organe, Gewebe und Zellen können gespendet werden?

Spende nach dem Tod

Eine Organspende ist nur möglich, wenn dazu eine Einwilligung vorliegt und der Hirntod der spendenden Person zweifelsfrei festgestellt wurde.

In der Schweiz können bis zu sechs  Organe gespendet werden: Herz, Lunge, Leber, Niere, Pankreas (Bauchspeicheldrüse) und Dünndarm. Das Pankreas kann als ganzes Organ oder als Zellansammlung isolierter Inselzellen (diese Zellen produzieren z. B. Insulin) transplantiert werden. Zu den transplantierbaren Geweben und Zellen gehören Augenhornhaut, Haut, Herzklappen und grosse Blutgefässe, Knochen, Knorpel sowie Sehnen und Bänder.

Nach der Entnahme von Organen bleibt lediglich eine Operationsnarbe zurück, sodass sich die Angehörigen von der verstorbenen Person würdevoll und in Ruhe verabschieden können.
Auch für die Gewebespende braucht es eine Einverständniserklärung der spendenden Person. Die Entnahme von Gewebe kann bis zu 24 Stunden nach Eintreten des Tods durchgeführt werden. Wie bei der Organspende wird der Körper der verstorbenen Person anschliessend der Familie zur Bestattung übergeben.

Lebendspende

In der Schweiz können lebende Personen Nieren aber auch Teile der Leber spenden. Bei den Geweben erfolgt die Lebendspende in den meisten Fällen bei operativen Eingriffen. Beim Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks wird etwa der Hüftkopf gespendet oder bei einer Kaiserschnittgeburt eines Kinds die Eihäute als Wundabdeckungen. Die häufigste Lebendspende ist diejenige von Blutstammzellen.

DBD

Bei spendenden Personen nach Hirntod (englisch: Donor after Brain Death, DBD) handelt es sich um Verstorbene, bei denen das Gehirn nicht mehr durchblutet wird und daher nicht mehr funktionsfähig ist. Die häufigsten Ursachen für Hirntod sind Hirnblutungen, Sauerstoffmangel oder ein schweres Schädel-Hirn-Trauma.
Der Hirntod ist der irreversible Ausfall aller Hirnfunktionen (sowohl des Grosshirns als auch des Hirnstamms). Er wird nach den Richtlinien der Schweizerischen Akademie für Medizinische Wissenschaften (SAMW) von zwei Fachärzten diagnostiziert, die nicht zum Transplantationsteam gehören (vergleiche Richtlinien «Feststellung des Todes mit Bezug auf Organtransplantationen», SAMW).

DCD

Die Organspende nach Herz-Kreislauf-Stillstand (englisch: Donor after Cardio-Circulatory-Death, DCD) schliesst spendende Personen ein, deren Prognose aussichtslos ist und bei denen auf der Intensivstation entschieden wird, das Therapieziel zu ändern und den folgenden Prozess zur Organentnahme einzuleiten. (vergleiche «Richtlinien der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte», FMH). Bei Patientinnen und Patienten, bei denen keine Ausschlusskriterien für eine Organspende vorliegen und bei denen davon ausgegangen werden kann, dass nach Therapieabbruch der Herz-Kreislauf-Stillstand innert zwei Stunden eintritt, kann die Frage nach einer allfälligen Organspende gestellt werden.

Die notwendigen Abklärungen zur Verwendbarkeit der Organe werden durchgeführt, und die Behandlung wird abgebrochen – meist und wenn gewünscht in Anwesenheit der Angehörigen. Der Beatmungsschlauch wird entfernt und die kreislaufunterstützenden Medikamente werden gestoppt, woraufhin der Sterbeprozess beginnt.

Tritt der Herz-Kreislauf-Stillstand innert zwei Stunden ein und ist somit die elektrische Aktivität des Herzens ausgefallen, wird zusätzlich mittels Herzultraschall überprüft, ob das Herz mindestens fünf Minuten kein Blut mehr auswirft. Ist dies der Fall, wird die Todesfeststellung nach den Richtlinien der SAMW im Vier-Augen-Prinzip durch zwei unabhängige Fachärzte durchgeführt und der Tod bestätigt. Die verstorbene Person ist herz- und hirntot. Es folgt die Organentnahme der zugeteilten Organe wie beim hirntoten Spender unter Berücksichtigung der vorgegebenen Richtlinien und unter sterilen Bedingungen. Nach der Entnahme wird die Wunde verschlossen. Tritt der Herz-Kreislauf-Stillstand nicht innert zwei Stunden ein,  so wird von einer Organentnahme abgesehen. Die Angehörigen werden im Vorfeld über den Ablauf informiert.

3. Wie erfolgt die Organzuteilung?

Die Zuteilung eines gespendeten Organs an eine empfangende Person erfolgt strikt nach der Organzuteilungsverordnung, die an das Transplantationsgesetz angelegt ist.
Die Warteliste wird im Wesentlichen nach folgenden Kriterien geführt:

  • medizinische Dringlichkeit
  • medizinischer Nutzen
  • spezifische Prioritätenmerkmale (Kinder, seltene Blutgruppe ...)
  • Wartezeit

Die Kriterien «medizinischer Nutzen» und «spezifische Prioritätenmerkmale» sind von Organ zu Organ unterschiedlich. Die Zuteilung eines Organs erfolgt mithilfe des Computerprogramms Swiss Organ Allocation System (SOAS). Das SOAS enthält die Daten aller empfangenden Personen auf der Warteliste sowie die Daten der spendenden Personen. Anhand dieser Daten berechnet das System die Reihenfolge der eingetragenen empfangenden Personen und erlaubt so eine gesetzeskonforme Zuteilung der Spendeorgane.