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Die meisten Länder Europas haben heute Formen der Widerspruchslösung

Die Zeichen der Zeit sprechen für die Widerspruchslösung. Jüngst etwa hat auch Grossbritannien die Widerspruchslösung eingeführt und folgt damit Ländern wie Österreich, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal oder Belgien.

Die Schweiz hat seit Jahren einen höheren Bedarf an Organen, als innerhalb der Schweiz zur Verfügung stehen. Vor diesem Hintergrund wäre es nicht unproblematisch, wenn die Schweiz an der aktuellen Lösung der erweiterten expliziten Zustimmung festhielte. Sie schafft seit Jahren einen Widerspruch zwischen der in Umfragen festgestellten Zustimmung zur Organspende und den effektiven Spenderzahlen.  

Förderung des Organaustauschs zwischen den Ländern Europas

Mit FOEDUS (Facilitating Exchange of Organs Donated in EU Member State) wurde ein Zusammenschluss europäischer Länder zur Förderung des grenzübergreifenden Organaustauschs geschaffen. Kann ein Spenderorgan innerhalb der Landesgrenzen nicht an passende Empfänger zugeteilt werden, wird es über die IT-Plattform von FOEDUS an andere europäische Staaten vermittelt. Als Grundlagen für FOEDUS dienen die EU-Richtlinien über Qualitäts- und Sicherheitsstandards zur Transplantation bestimmter menschlicher Organe (2010) und die Richtlinie zur Festlegung von Informationsverfahren für den Austausch von zur Transplantation bestimmten Organen (2012).

Die hohe Sterberate von Kindern auf der Herzwarteliste (rund 80 Prozent) hat Swisstransplant bereits 2009 veranlasst, die «European Children Heart Waiting List» ins Leben zu rufen. Dank des Projekts konnten Kinderherzen, für die in einem Land keine passenden Empfänger gelistet waren, ausländischen Partnerorganisationen angeboten und in umliegenden Ländern transplantiert werden.

Im April 2020 wurde PD. Dr. med. Franz Immer, Medical Director und CEO von Swisstransplant, von den Mitgliedstaaten von FOEDUS zum neuen Präsidenten gewählt. Mitte September 2020 hat er sein Amt angetreten. Dies wird helfen, die Positionen der Schweiz einzubringen. Dass die Schweiz aber seit Jahren mehr Organe importiert als anderen Staaten zur Verfügung stellt, ist keine optimale Situation.

Sich für oder gegen die Organspende entscheiden, ist eine Entscheidung für das Leben. Halten Sie hier Ihren Entscheid im Nationalen Organspenderegister fest und sorgen Sie für Sicherheit, Klarheit und Entlastung.