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Wenn plötzlich die Welt still steht.

Was geht in einer Mutter vor, wenn sie zuschauen muss, wie das Leben des eigenen Kindes plötzlich  nur noch an einem seidenen Faden hängt? Zuerst eine völlig unerwartete Krebsdiagnose, dann knapp ein Jahr später nach erfolgreichen Chemotherapien die Nachricht, dass es ohne ein Spenderherz sehr schlecht aussieht für die 13-jährige Tochter. «Im Juni feierten wir noch die Heilung vom Krebs und da merkten wir, dass es erst jetzt richtig kritisch wird. Das war sehr hart», erzählt Stephanie Bechter. Es begann das Warten. Das Bangen, ob noch rechtzeitig ein passendes Organ gefunden werden kann, damit ihr Kind weiterleben kann.

Wenn sie an den erlösenden Anruf des Spitals denkt, läuft es ihr noch immer kalt den Rücken herunter. «Die Welt stand für einen Moment still, man weiss nicht, ob man lachen oder weinen soll vor lauter Emotionen. Danach empfand ich plötzlich eine innere Ruhe und Gewissheit, dass jetzt endlich alles gut wird.» Schwierig sei gewesen, dass sie als Eltern Lorena nicht darauf vorbereiten konnten, was mit der Transplantation alles auf sie zukommt. Denn ihre Tochter wurde zu diesem Zeitpunkt bereits notoperiert. Neun Mal insgesamt. Als Lorena nach der Transplantation erwachte, hat sie zuerst nach der Herzpumpe gefragt, die sie nicht mehr hörte. «Da haben wir ihr dann zusammen mit den Ärzten erklärt, dass sie transplantiert wurde und nun ein neues Herz in sich trägt».

Stephanie empfindet gegenüber der Spenderfamilie eine unendliche Dankbarkeit – dass diese einen Entscheid zugunsten einer Organentnahme getroffen und ihrer Tochter damit eine Chance auf ein neues Leben geschenkt hat. Sie kann gut nachempfinden, dass man sich als Angehörige überfordert fühlt, wenn man in einer sonst schon emotionalen Situation eine solch schwierige Entscheidung treffen muss. «Ich habe selbst erlebt, wie schnell eine Situation kippen kann – von kerngesund zu nahe am Tod, das überwältigt einen». Man könne dann vermutlich nicht mehr rational entscheiden. Stephanie Bechter glaubt deshalb, dass die Einführung der erweiterten Widerspruchslösung die Situation in der Schweiz verbessern würde. «Ich verstehe gut, dass man sich als gesunde Person mitten im Leben nicht mit dem Tod beschäftigen möchte und diese Gedanken lieber auf später verschiebt.» Stephanie hat sich jedenfalls entschieden, dass sie ihre Organe spenden würde. «Sie nützen mir ja in diesem Moment sowieso nichts mehr. «Und ich finde es ein schöner Gedanke, wenn ich mit meinen Organen jemandem helfen kann». Sie respektiert aber auch, wenn sich jemand gegen eine Spende entscheidet, sei es doch ein sehr persönlicher Entscheid. Das wichtigste bleibt, dass man sich entscheidet. Denn ein Entscheid – für oder gegen eine Organspende – sorgt für Sicherheit und Klarheit bei den Angehörigen und Betreuenden.

 

Sich für oder gegen die Organspende entscheiden, ist eine Entscheidung für das Leben. Halten Sie hier Ihren Entscheid im Nationalen Organspenderegister fest und sorgen Sie für Sicherheit, Klarheit und Entlastung.

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