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Lebendspender

Gewisse Organe können auch von Lebendspendern transplantiert werden. In der Schweiz ist es möglich, die Nieren und einen Teil der Leber zu transplantieren. Im Ausland werden auch Teile der Lunge, des Dünndarms und sehr selten der Bauchspeicheldrüse von Lebendspendern transplantiert. 2016 gab es in der Schweiz 132 Lebendspender (siehe Jahresbericht 2016).

Bei Lebendspenden wird zwischen gerichteten und nicht-gerichteten, sogenannt altruistischen Spenden unterschieden. Bei der gerichteten Spende erklärt sich der Spender bereit, einem bestimmten Empfänger eine Niere oder einen Teil der Leber zu spenden. Es handelt sich in den allermeisten Fällen um Spenden innerhalb der Familie (Eltern, Geschwister, Ehepartner) aber auch zwischen Freunden. In diesem Fall weiss der Spender, wem das Organ zugeteilt wird. Bei der nicht-gerichteten Spende beschliesst der Spender, aus Nächstenliebe (Altruismus) eine Niere einem ihm unbekannten Empfänger zu spenden. In diesem Fall bleiben Spender und Empfänger anonym und das Organ wird nach den gleichen Regeln wie bei verstorbenen Spendern zugeteilt. Altruistische Leber-Lebendspenden werden in der Schweiz nicht durchgeführt, da die Lebendspende des kleineren linken Leberlappens für den Spender doch ein beträchtliches Risiko darstellt.

Strenge Prüfung für Lebendspender

Voraussetzung für eine Lebendspende ist, dass sich der Spender im Vorfeld einer genauen medizinischen und psychologischen Abklärung unterziehen lässt. Dabei werden die Funktionen der Nieren und der anderen Organe genau kontrolliert und gezielte Blutanalysen durchgeführt. Die psychologische Abklärung überprüft die Motivation zur Organspende und die Freiwilligkeit. Nur wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, kommt jemand als Lebendspender in Frage.

Die Lebendspende wird vollumfänglich von der Krankenkasse des Empfängers bezahlt. Es ist verboten, für die Spende von menschlichen Organen, Geweben oder Zellen einen finanziellen Gewinn oder einen anderen Vorteil zu gewähren oder entgegenzunehmen. Der Ersatz des Erwerbsausfalls und des Aufwandes, die der spendenden Person unmittelbar entstehen, der Ersatz von Schäden, welche die spendende Person durch die Entnahme von Organen, Geweben oder Zellen erleidet, gelten hingegen nicht als finanzieller Gewinn oder anderer Vorteil.

Sind Sie an einer Lebendspende interessiert? Bitte kontaktieren Sie für nähere Informationen das nächstgelegene Transplantationszentrum.