Die Knochen und Knorpel

Die Knochen bilden in erster Linie das Stützgerüst unseres Körpers, die knorpelüberzogenen Gelenke ermöglichen uns Bewegungsfreiheit. Einige Knochen haben spezielle Funktionen, z. B. schützen Schädelknochen das Gehirn und Gehörknöchelchen leiten den Schall ins Innenohr. Wieder andere Knochen enthalten das lebenswichtige Knochenmark und sorgen damit für den ständigen Nachschub an Blutzellen.

Knochen- und Knorpeltransplantate stammen meist von verstorbenen Spendern (sogenannte allogene Transplantation). Lebendspenden stammen entweder von Hüftköpfen bei Patienten, die ein künstliches Hüftgelenk erhalten oder sind Gewebe, welche aus dem eigenen Körper an eine andere Stelle übertragen werden (sog. autogene Transplantation). 

Auch für Knochen gibt es Ersatzmaterial tierischer Herkunft (Xenograft, meist aus deproteinisiertem Rinderknochen) und künstliche Materialien. Vor allem in der Zahnmedizin sind diverse synthetische Produkte im Einsatz. 

Krankheitsbilder, die zu einer Transplantation führen können

Eine Transplantation wird nötig, wenn zu wenig intakte Knochensubstanz vorhanden ist. Dies kommt nach mehrfachen oder komplizierten Knochenbrüchen vor, nach einer Knocheninfektion, einer Tumoroperation oder beim Austausch einer Gelenkprothese. Auch in der Zahnheilkunde und der Kiefer- und Gesichtschirurgie werden regelmässig Knochentransplantate eingesetzt. Je grösser dabei der Defekt ist, desto eher müssen allogene Spendertransplantate eingesetzt werden.

Knorpeltransplantationen erfolgen vorwiegend autolog, am Knie- und am Sprunggelenk. Der Hauptgrund für Knorpeldefekte ist die Abnutzung (Arthrose) aufgrund von Verletzungen, Fehlbelastungen, Entzündungen (Arthritis) und manchmal genetischer Erkrankungen.

Eigene Knorpelzellen können direkt von einer wenig belasteten Stelle im Gelenk zur defekten Stelle transplantiert werden oder sie werden zuerst ausserhalb des Körpers angereichert, bevor sie transplantiert werden.

In der Schweiz werden jährlich zwischen 200 und 300 allogene Knochentransplantationen vorgenommen. Autogene Transplantationen sowie Operationen mit synthetischem und tierischem Material werden nicht gesamtschweizerisch erfasst.