Wer kann spenden?

Es gibt drei Formen von Organspendern: hirntote und herztote Spender sowie Lebendspender. 2016 gab es in der Schweiz 96 Spender nach Hirntod und 15 Spender nach Herzkreislaufstillstand im Hirntod sowie 132 Lebendspender (siehe Jahresbericht 2016).

Bei Spendern nach Hirntod (engl. Donor after Brain Death, DBD) handelt es sich um Verstorbene, bei denen das Gehirn durch ein Ereignis nicht mehr durchblutet oder an Sauerstoffmangel leidet und daher nicht mehr funktionsfähig ist. Die häufigsten Ursachen sind Hirnblutungen, Schädel-Hirn-Traumata oder Erkrankungen, die zu einem Sauerstoffmangel im Gehirn führen.

Hirntod wird von zwei unabhängigen Fachärzten festgestellt

Der Hirntod ist der irreversible Ausfall aller Hirnfunktionen (sowohl des Grosshirns als auch des Hirnstammes). Die Vitalfunktionen (Atmung und Kreislauf) werden bis zur Organentnahme durch intensivmedizinische Massnahmen, also künstliche Beatmung und Medikamente, aufrechterhalten. Der Hirntod wird nach den Richtlinien der Schweizerischen Akademie für Medizinische Wissenschaften (SAMW) von zwei Fachärzten diagnostiziert, die nicht zum Transplantationsteam gehören (vgl. Richtlinien «Feststellung des Todes mit Bezug auf Organtransplantationen», SAMW).

Herztote Spender (engl. Donor after Circulatory Death, DCD) sind an einem Herzstillstand, bei dem das Herz trotz Wiederbelebungsversuchen nicht mehr reanimiert werden konnte, gestorben. Da bei diesen Spendern infolge des Herzstillstandes die Organe nicht mehr durchblutet werden, müssen sie sehr schnell entnommen werden. Ausser dem Herzen können alle Organe von DCD-Spendern transplantiert werden. Auch bei Spendern nach Herzkreislaufstillstand wird die Hirntoddiagnose nach klar definierten Kriterien durch zwei Fachärzte bestätigt (Lesen Sie in der Broschüre "Organspende rettet Leben - Was Sie über herztote Organspender wissen müssen" mehr dazu).

Lebendspenden meist innerhalb der Familie

Gewisse Organe können auch von Lebendspendern transplantiert werden. In der Schweiz ist es möglich, die Nieren und einen Teil der Leber zu transplantieren. Im Ausland werden auch Teile der Lunge, des Dünndarms und sehr selten der Bauchspeicheldrüse von Lebendspendern transplantiert. 2016 gab es in der Schweiz 132 Lebendspender (siehe Jahresbericht 2016).

Bei Lebendspenden wird zwischen gerichteten und nicht-gerichteten, sogenannt altruistischen Spenden unterschieden. Bei der gerichteten Spende erklärt sich der Spender bereit, einem bestimmten Empfänger eine Niere oder einen Teil der Leber zu spenden. Es handelt sich in den allermeisten Fällen um Spenden innerhalb der Familie (Eltern, Geschwister, Ehepartner) aber auch zwischen Freunden. In diesem Fall weiss der Spender, wem das Organ zugeteilt wird. Bei der nicht-gerichteten Spende beschliesst der Spender, aus Nächstenliebe (Altruismus) eine Niere einem ihm unbekannten Empfänger zu spenden. In diesem Fall bleiben Spender und Empfänger anonym und das Organ wird nach den gleichen Regeln wie bei verstorbenen Spendern zugeteilt. Altruistische Leber-Lebendspenden werden in der Schweiz nicht durchgeführt, da die Lebendspende des kleineren linken Leberlappens für den Spender doch ein beträchtliches Risiko darstellt.

Strenge Prüfung für Lebendspender

Voraussetzung für eine Lebendspende ist, dass sich der Spender im Vorfeld einer genauen medizinischen und psychologischen Abklärung unterziehen lässt. Dabei werden die Funktionen der Nieren und der anderen Organe genau kontrolliert und gezielte Blutanalysen durchgeführt. Die psychologische Abklärung überprüft die Motivation zur Organspende und die Freiwilligkeit. Nur wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, kommt jemand als Lebendspender in Frage.

Die Lebendspende wird vollumfänglich von der Krankenkasse des Empfängers bezahlt. Es ist verboten, für die Spende von menschlichen Organen, Geweben oder Zellen einen finanziellen Gewinn oder einen anderen Vorteil zu gewähren oder entgegenzunehmen. Der Ersatz des Erwerbsausfalls und des Aufwandes, die der spendenden Person unmittelbar entstehen, der Ersatz von Schäden, welche die spendende Person durch die Entnahme von Organen, Geweben oder Zellen erleidet, gelten hingegen nicht als finanzieller Gewinn oder anderer Vorteil.

Sind Sie an einer Lebendspende interessiert? Bitte kontaktieren Sie für nähere Informationen das nächstgelegene Transplantationszentrum.