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Wie wird der Tod festgestellt?

Bei Spendern nach Hirntod (engl. Donor after Brain Death, DBD) handelt es sich um Verstorbene, bei denen das Gehirn durch ein Ereignis nicht mehr durchblutet oder an Sauerstoffmangel leidet und daher nicht mehr funktionsfähig ist. Die häufigsten Ursachen sind Hirnblutungen, Schädel-Hirn-Traumata oder Erkrankungen, die zu einem Sauerstoffmangel im Gehirn führen.

Der Hirntod ist der irreversible Ausfall aller Hirnfunktionen (sowohl des Grosshirns als auch des Hirnstammes). Er wird nach den Richtlinien der Schweizerischen Akademie für Medizinische Wissenschaften (SAMW) von zwei Fachärzten diagnostiziert, die nicht zum Transplantationsteam gehören (vgl. Richtlinien «Feststellung des Todes mit Bezug auf Organtransplantationen», SAMW).

Herztote Spender (engl. Donor after Circulatory Death, DCD) sind an einem Herzstillstand gestorben. Da bei diesen Spendern infolge des Herzstillstandes die Organe nicht mehr durchblutet werden, müssen sie sehr schnell entnommen werden. Ausser dem Herzen können alle Organe von DCD-Spendern transplantiert werden. Auch bei Spendern nach Herzkreislaufstillstand wird die Hirntoddiagnose nach klar definierten Kriterien durch zwei Fachärzte bestätigt.

Welche vorbereitenden medizinischen Massnahmen werden durchgeführt?
Bei den vorbereitenden oder auch organerhaltenden medizinischen Massnahmen beim verstorbenen Spender im Hirntod wird die künstliche Beatmung weitergeführt, es werden Medikamente zur Regulation von Kreislauf und Hormonhaushalt verabreicht und Blutentnahmen für Laboruntersuchungen durchgeführt. Gleichzeitig werden die einzelnen Organe beispielsweise mittels Ultraschall oder radiologischen Verfahren auf ihre Funktionalität geprüft. Mit Blutentnahmen und Untersuchungen im Hinblick auf eine Organspende wird erst nach dem diagnostiziertem Hirntod und Vorliegen der Einwilligung zur Spende begonnen.