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Wie wird der Tod festgestellt?

Bei Spendern nach Hirntod (engl. Donor after Brain Death, DBD) handelt es sich um Verstorbene, bei denen das Gehirn durch ein Ereignis nicht mehr durchblutet und daher nicht mehr funktionsfähig ist. Die häufigsten Ursachen sind Hirnblutungen, Sauerstoffmangel oder ein schweres Schädel-Hirn-Trauma.

Der Hirntod ist der irreversible Ausfall aller Hirnfunktionen (sowohl des Grosshirns als auch des Hirnstammes). Er wird nach den Richtlinien der Schweizerischen Akademie für Medizinische Wissenschaften (SAMW) von zwei Fachärzten diagnostiziert, die nicht zum Transplantationsteam gehören (vgl. Richtlinien «Feststellung des Todes mit Bezug auf Organtransplantationen», SAMW).

Die Organspende nach Herz- und Kreislaufstillstand (engl. Donation after Cardio-Circulatory Death, DCD) schliesst Spender ein, deren Prognose aussichtslos ist und bei welchen auf der Intensivstation entschieden wird, die medizinische Behandlung abzubrechen und sie sterben zu lassen gemäss den Richtlinien der FMH.

Tritt der Hirntod nicht ein, kann es zu einer Organspende nach Herz-Kreislaufstillstand kommen. Bei Patienten, bei welchen keine Ausschlusskriterien für eine Organspende vorliegen und davon ausgegangen werden kann, dass nach Therapieabbruch der Herz- und Kreislaufstillstand innert 120 Minuten eintritt, kann die Frage nach einer allfälligen Organspende gestellt werden. Die notwendigen Abklärungen der Organe werden durchgeführt und die Behandlung wird abgebrochen – meist in Anwesenheit der Angehörigen, wenn diese das wünschen. Der Beatmungsschlauch wird somit entfernt und die kreislaufunterstützenden Medikamente werden gestoppt, worauf der Sterbeprozess beginnt.

Tritt der Herz- und Kreislaufstillstand innert 120 Minuten ein und ist somit die elektrische Aktivität des Herzens ausgefallen, so wird zusätzlich mittels Herzultraschall überprüft, ob das Herz mindestens 5 Minuten kein Blut mehr auswirft. Ist dies der Fall, so wird die Todesfeststellung nach den Richtlinien der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) durch zwei Fachärzte im 4-Augen-Prinzip durchgeführt und bestätigt. Der Verstorbene ist somit herz- und hirntot. Anschliessend erfolgen die Vorbereitungen zur Organentnahme und die an Empfänger zugeteilten Organe werden im Operationssaal unter sterilen Bedingungen entnommen. Nach der Entnahme wird die Wunde verschlossen. Dauert der Sterbeprozess länger als 120 Minuten, so wird von einer Organentnahme abgesehen. Die Angehörigen werden im Vorfeld über den Ablauf informiert. 

Welche vorbereitenden medizinischen Massnahmen werden durchgeführt?
Bei den vorbereitenden oder auch organerhaltenden medizinischen Massnahmen beim verstorbenen Spender im Hirntod wird die künstliche Beatmung weitergeführt, es werden Medikamente zur Regulation von Kreislauf und Hormonhaushalt verabreicht und Blutentnahmen für Laboruntersuchungen durchgeführt. Gleichzeitig werden die einzelnen Organe beispielsweise mittels Ultraschall oder radiologischen Verfahren auf ihre Funktionalität geprüft. Mit Blutentnahmen und Untersuchungen im Hinblick auf eine Organspende wird erst nach diagnostiziertem Hirntod und Vorliegen der Einwilligung zur Spende begonnen.