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Wie wird der Tod festgestellt?

Hirntoddiagnostik nach den Richtlinien der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW)

Bei Spendern nach Hirntod (engl. Donor after Brain Death, DBD) handelt es sich um Verstorbene, bei denen das Gehirn durch ein Ereignis nicht mehr durchblutet und daher nicht mehr funktionsfähig ist. Die häufigsten Ursachen sind Hirnblutungen, Sauerstoffmangel oder ein schweres Schädel-Hirn-Trauma.

Der Hirntod ist der irreversible Ausfall aller Hirnfunktionen (sowohl des Grosshirns als auch des Hirnstammes). Er wird nach den Richtlinien der Schweizerischen Akademie für Medizinische Wissenschaften (SAMW) von zwei Fachärzten diagnostiziert, die nicht zum Transplantationsteam gehören (vgl. Richtlinien «Feststellung des Todes mit Bezug auf Organtransplantationen», SAMW).

Die Organspende nach Herz- und Kreislaufstillstand (engl. Donor after Cardio-Circulatory-Death, DCD) schliesst Spenderinnen und Spender ein, deren Prognose aussichtslos ist und bei denen auf der Intensivstation entschieden wird, die medizinische Behandlung abzubrechen und sie sterben zu lassen gemäss den Richtlinien der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH).

Tritt der Hirntod nicht ein, kann es zu einer Organspende nach Herz-Kreislauf-Stillstand kommen. Bei Patienten und Patientinnen, bei denen keine Ausschlusskriterien für eine Organspende vorliegen und davon ausgegangen werden kann, dass nach Therapieabbruch der Herz- und Kreislaufstillstand innert zwei Stunden eintritt, kann die Frage nach einer allfälligen Organspende gestellt werden. Die notwendigen Abklärungen der Verwendbarkeit der Organe werden durchgeführt und die Behandlung wird abgebrochen – meist in Anwesenheit der Angehörigen, wenn sie das wünschen. Der Beatmungsschlauch wird somit entfernt und die kreislaufunterstützenden Medikamente werden gestoppt, worauf der Sterbeprozess beginnt.

Tritt der Herz-Kreislauf-Stillstand innert zwei Stunden ein und ist somit die elektrische Aktivität des Herzens ausgefallen, wird zusätzlich mittels Herzultraschall überprüft, ob das Herz mindestens fünf Minuten kein Blut mehr auswirft. Ist dies der Fall, so wird die Todesfeststellung nach den Richtlinien der SAMW durch zwei unabhängige Fachärzte im 4-Augen-Prinzip durchgeführt und bestätigt. Der oder die Verstorbene ist somit herz- und hirntot. Anschliessend erfolgen die Vorbereitungen zur Organentnahme und die an Empfänger zugeteilten Organe werden im Operationssaal unter sterilen Bedingungen entnommen. Nach der Entnahme wird die Wunde verschlossen. Dauert der Sterbeprozess länger als zwei Stunden, so wird von einer Organentnahme abgesehen. Die Angehörigen werden im Vorfeld über den Ablauf informiert.