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Eidgenössische Volksinitiative «Organspende fördern – Leben retten»

Die Junior Chamber International (JCI) der Riviera lanciert im Oktober 2017 die Volksinitiative zur Förderung der Organspende. Klares Ziel der Initiative ist eine Verfassungsänderung, die jeden Erwachsenen im Todesfall zum potenziellen Organspender macht – es sei denn, er hat seinen Widerspruch zu Lebzeiten in ein offizielles Register eintragen lassen. Dieses Prinzip wird auch als Widerspruchslösung bezeichnet. Diese Initiative soll dazu beitragen, die Anzahl potenzieller Spender zu erhöhen, damit – unter Wahrung der Wahlfreiheit jedes Einzelnen – so viele Leben wie möglich gerettet werden können.

Die Mitglieder des Projektausschusses, alle aus der JCI Riviera, haben den Verein «Initiative pour le don d’organes» gegründet mit dem Ziel, eine Volksinitiative zu lancieren und damit eine Änderung in der Verfassung zu bewirken. Artikel 119a, Abs. 4 der Bundesverfassung soll wie folgt geändert werden:

Art. 119a Abs. 4
4 Die Spende von Organen, Geweben und Zellen einer verstorbenen Person zum Zweck der Transplantation beruht auf dem Grundsatz der vermuteten Zustimmung, es sei denn, die betreffende Person hat zu Lebzeiten ihre Ablehnung geäussert.

Momentan benötigen Organspender in der Schweiz eine Organspende-Karte und/oder sie erklären ihre Zustimmung zur Entnahme gegenüber Familienangehörigen. Theoretisch sind also alle ab dem Augenblick unserer geäusserten Zustimmung potenzielle Spender. In der Praxis wendet man sich jedoch im Todesfall an die Angehörigen, was häufig, das heisst in über 60 Prozent der Fälle, zu einer Ablehnung führt. Der wichtigste Grund hierfür ist, dass die Angehörigen nur selten über die Wünsche der verstorbenen Person Bescheid wissen.

Swisstransplant unterstützt die Initiative

Während der vergangenen Jahre hat sich Swisstransplant auf die Umsetzung der Massnahmen des Aktionsplans von Bund und Kantonen auf der Ebene der Spitäler konzentriert. Es wurden grosse Fortschritte erzielt. Die Rückmeldung der involvierten Fachpersonen zeigt jedoch auf, dass in gut der Hälfte den nächsten Angehörigen der Wunsch der Verstorbenen betreffend Organ- und Gewebespende nicht bekannt ist. Daraus resultiert eine Ablehnung von mehr als 60% in den Gesprächen. Stellvertretend im Sinne des Verstorbenen entscheiden zu müssen in einem sehr schwierigen Moment ist für die Angehörigen und das Spitalpersonal sehr belastend und wohl der Hauptgrund für die hohe Ablehnungsrate. Im Zweifel wird die Organspende deshalb abgelehnt, womit die Gefahr besteht, dass man dem Wunsch des Verstorbenen nicht gerecht wird. In einer derart zentralen Fragestellung sollte dies oberstes Gebot und die Dokumentation und die Umsetzung des Willens bestmöglich gesichert sein. Der Stiftungsrat, wie auch die Experten aus den Bereichen Organspende und –transplantation unterstützen diese Initiative.