Swisstransplant, Organspende, Spitalkampagne, Ich bin seit tot, Betroffene

Leana B., Jahrgang 2007, das Mädchen aus dem Kanton Bern hat 2009 ein Spenderherz erhalten.

«Manchmal sind da diese schrecklichen Albträume. Leana wacht schreiend und zitternd auf. Man spürt ihre Angst. Beim Aufwachen am Morgen ist sie wieder ein fröhliches Kind. Wie es Leana geht, können wir als Eltern nur vermuten, weil ihre Sprachentwicklung verzögert ist.

Sie scheint zufrieden mit sich und der Welt zu sein. Sie ist interessiert, offen und freundlich. Man hat das Gefühl, dass sie ihren Platz in der Welt gefunden hat: ‚Ich bin Leana und hier gehör‘ ich hin`, scheint sie zu sagen. Wenn man ihr zuschaut, wie stolz und selbstverständlich sie uns beim Tischdecken hilft, kann man fast nicht glauben, was sie schon alles durchgemacht hat.

Leana wurde mit kleinen Löchlein im Herzen geboren. Mit sechs Wochen wurde sie operiert und alles schien damit in Ordnung zu sein. Wir stellten aber fest, dass sie in ihrer Entwicklung nur sehr kleine Fortschritte machte, Gelerntes nicht speichern konnte und sich ihr Gesundheitszustand allgemein verschlechterte. Die Diagnose hob unsere Welt aus den Angeln: Myokarditis, auch Herzmuskelschwäche genannt. Ihr Herz hatte nicht genügend Kraft, die nötige Pumpleistung zu erbringen, um ihren Körper optimal zu versorgen.

Wir wurden vor eine schreckliche Entscheidung gestellt: Wir könnten die uns verbleibende Zeit mit Leana bestmöglich ‚geniessen‘, oder sie auf die Warteliste für ein Spenderherz setzen lassen, wurde uns gesagt.

Viele Pro und Contra wurden erwogen. Dann zeigte uns Leana die Richtung. Wir entschieden uns, alles zu versuchen. Ihr Zustand verschlechterte sich zusehends und sie musste an ein Kunstherz angeschlossen werden. Es folgten zahlreiche Operationen. Einmal kam es zu Komplikationen; Leana konnte ihre linke Körperhälfte nicht mehr bewegen und ein kleiner Teil ihres Hirns ist seither geschädigt.

Dann - nach nur vier Monaten auf der Warteliste - hat es geklappt und unsere Tochter bekam ein Herz geschenkt. Was für ein Wunder! Innerhalb von zwei Monaten ging es ihr so gut, dass wir nach Hause gehen konnten. Dank intensiver Ergo- und Physiotherapie kann sie heute selbstständig gehen. Dem unbekannten Spender, der unbekannten Spenderin verdanken wir es, dass wir nun seit sechs Jahren unsere Tochter jeden Tag neu kennenlernen und neue Facetten an ihr entdecken dürfen!»

Quelle: Swisstransplant