Liz S., Jahrgang 1962. Der TACKERS-Camp-Managerin und Inhaberin eines Sportartikelgeschäfts aus dem Kanton Wallis wurde 1998 eine Leber transplantiert.

«Bis zu meinem 35. Lebensjahr verlief mein Leben wie im Märchen. Mit 18 Jahren kam ich nach Anzère im Kanton Wallis, um Ski zu fahren, und da traf ich René. Vier Jahre später heirateten wir, und wurden mit unserem Sohn, James, und unserer Tochter, Zoé, beschenkt. Wir kauften einen Sportladen und ein kleines Chalet. Unser Leben war perfekt. Aber dann, eines Tages, nach einer Routineuntersuchung wegen Bauchschmerzen, wurde mir gesagt, dass etwas Auffälliges in den Röntgenbildern zu sehen sei. Nach weiteren Tests, wurde bei mir ein epithelioides Hämangioendotheliom diagnostiziert. Es handelt sich dabei um einen extrem seltenen Tumor, der bei mir in der Leber auftrat. Es wurde mir gesagt, dass ich auf die Warteliste für eine neue Leber gesetzt werden müsse.

Meine Welt brach zusammen. Ich kannte niemanden, der transplantiert worden war. Ich dachte, dass alle, die eine Transplantation überlebt haben, danach ein Leben als kranke Menschen verbringen müssten. Dass das Leben nie mehr dasselbe wie zuvor sein würde. Meine Kinder waren damals sechs und acht Jahre alt. Das Einzige, das mir in dieser Zeit ein Gefühl von Sicherheit vermitteln konnte, war, die beiden in die Arme zu nehmen und mein Gesicht in ihren Haaren zu vergraben.
Neun Monate später bekam ich meine neue Leber. Irgendwo in der Schweiz starb ein junger Mann auf tragische Weise, und ich war eine unter mehreren Menschen, denen er nach seinem Tod das Leben gerettet hat. Das war unser Schicksal, und wir haben seither einige grossartige Dinge zusammen gemacht.

Ich bereue nichts und ich habe viel gelernt in den letzten 15 Jahren. Das war wirklich ein Geschenk, 'a gift of life', welches mir erlaubte, meine Kinder aufwachsen zu sehen. Bald feiern René und ich unseren 30. Hochzeitstag.

Meine Mutter sagte mir immer: ‚Verwandle ein Minus immer in ein Plus.‘ Ihr weiser Rat führte dazu, dass ich das TACKERS (Transplant Adventure Camps for Kids) ins Leben rief, welches in Zusammenarbeit mit Swisstransplant durchgeführt wird. Jedes Jahr organisieren wir in Anzère ein internationales Lager für transplantierte Kinder. Wir organisieren auch Konferenzen zum Thema Organspenden und Transplantationen. Zudem nehme ich an den Winter und Sommer World Transplant Games teil und 2011 wurde ich in den Rat des World Transplant Games-Verbands gewählt. Und vor einigen Jahren war ich auf der Spitze des Kilimanjaros!

Ich werde nie in der Lage sein, der Spenderfamilie ausreichend zu danken, aber ich danke ihnen trotzdem jeden Tag. Merci à la VIE !»

Quelle: Swisstransplant