Häufig gestellte Fragen

  • Was ist das Nationale Organspenderegister?

    Swisstransplant bietet mit dem Nationalen Organspenderegister eine zeitgemässe Möglichkeit, den Wunsch für oder gegen eine Organ- und Gewebespende innert weniger als fünf Minuten festzuhalten. Der Eintrag ist freiwillig, jederzeit änderbar und wird in einer sicheren Datenbank zentral gespeichert.

  • Was wird im Register eingetragen?

    Beim Erfassen des Entscheids im Nationalen Organspenderegister können folgende Möglichkeiten ausgewählt werden:

    • Ja zur Entnahme aller Organe und Gewebe
    • Ja zur Entnahme ausgewählter Organe und Gewebe
    • Nein zur Entnahme von Organen und Gewebe
    • Der Entscheid wird einer bestimmten Vertrauensperson überlassen

    Zudem besteht die Möglichkeit, nicht transplantierbare Organe und Gewebe für von der Ethikkommission freigegebene bewilligte Forschungszwecke zur Verfügung zu stellen.

  • Weshalb soll ich mich im Nationalen Organspenderegister eintragen?

    Der Eintrag im Nationalen Organspenderegister gibt Ihnen und Ihren Angehörigen die Gewissheit über Ihren Willen im Zusammenhang mit der Organspende. Wenn ein Ja-Eintrag erfasst ist, besteht eine Zustimmung zu einer Organ- und Gewebespende, wenn ein Nein-Entscheid hinterlegt wurde, werden keine Organe und Gewebe entnommen.

    Die Angehörigen wie auch das Spitalpersonal werden durch einen Registereintrag entlastet. Es ist unser Anliegen, Ihren Willen verantwortungsvoll und mit grösster Sorgfalt umzusetzen.

  • Es gibt doch schon die Organspende-Karte, weshalb jetzt auch noch das Register?

    Das Nationale Organspenderegister ist eine moderne Lösung für die bisherige Organspende-Karte. Der Entscheid wird nicht mehr auf Papier, sondern in einer gesicherten Datenbank festgehalten. Die Praxis hat gezeigt, dass Organspende-Karten verloren gehen können oder im Ernstfall nicht gefunden werden. Im Nationalen Organspenderegister ist Ihr Eintrag zentral abgelegt. Im Ernstfall können die zuständigen Fachpersonen im Spital eine Abfrage des Registers über Swisstransplant veranlassen (siehe auch «Wie funktioniert das Register im Ernstfall?»).

Fragen und Antworten zu Ihrem Entscheid im Organspenderegister

  • Welche Organe und Gewebe können gespendet werden?

    Folgende Organe können gespendet werden:

    • Herz
    • Lunge
    • Leber
    • Nieren
    • Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und Inselzellen
    • Dünndarm

    Folgende Gewebe können gespendet werden:

    • Hornhaut
    • Gehörknöchelchen
    • Knochen
    • Herzklappen
    • Blutgefässe
    • Haut
  • Kann ich meinen Entscheid ändern?

    Der Entscheid kann nach Bestätigung Ihres Eintrags jederzeit geändert werden. Mit Ihren Log-in-Daten melden Sie sich im Register wieder an und ändern Ihren Eintrag.

  • Wie funktioniert das Register im Ernstfall?

    Im Ernstfall und falls die verstorbene Person für eine Spende in Frage kommt, ruft die zuständige medizinische Fachperson im Spital bei Swisstransplant an und lässt prüfen, ob ein Eintrag im Nationalen Organspenderegister vorhanden ist. Ist dies der Fall, übermittelt die Nationale Koordinationsstelle von Swisstransplant dem Spital das Datenblatt mit dem festgehaltenen und unterschriebenen Entscheid. Dieses Datenblatt wird den Angehörigen oder der Vertrauensperson im Gespräch vorgelegt und das weitere Vorgehen besprochen. Der Wunsch der verstorbenenen Person steht dabei für Swisstransplant an erster Stelle und wird mit höchster Sorgfalt umgesetzt.

  • Was bedeutet es, seine Organe und sein Gewebe für die Forschung freizugeben?

    Organe, die eine ungenügende Organfunktion aufweisen, können zu Forschungszwecken freigegeben werden. Daher kann im Nationalen Organspenderegister separat der Entscheid festgehalten werden, ob Organe für von der Ethikkomission bewilligte Forschungszwecke freigegeben werden. Die Forschung an verstorbenen Personen unterliegt Art. 36 ff des Bundesgesetzes vom 30. September 2011 über die Forschung am Menschen (Humanforschungsgesetz, HFG).

    Liegt keine dokumentierte Einwilligung oder Ablehnung der verstorbenen Person vor, so dürfen Organe und Gewebe nur dann zu Forschungszwecken verwendet werden, wenn die nächsten Angehörigen oder eine von der verstorbenen Person zu Lebzeiten bezeichnete Vertrauensperson einwilligen.

  • Wer kann sich im Nationalen Organspenderegister eintragen?

    Personen ab 16 Jahren können sich im Nationalen Organspenderegister eintragen, dafür wird lediglich eine gültige E-Mail-Adresse benötigt.

  • Kann ich meine Kinder ins Register eintragen?

    Eine Willenserklärung zur Organspende abgeben – mittels Eintrag ins Nationale Organspenderegister oder Organspende-Karte – können Personen ab 16 Jahren. Stellt sich in einem Ernstfall bei einer jüngeren Person die Frage nach einer Organspende, entscheiden die gesetzlichen Vertreter.

  • Kann ich mir einen Account mit jemandem teilen?

    Nein. Jede Person muss ihren Entscheid in einem eigenen Eintrag hinterlegen.

  • Was mache ich, wenn ich keine E-Mail-Adresse habe?

    Für einen Eintrag in das Nationale Organspenderegister wird zwingend eine E-Mail-Adresse benötigt. Diese kann bei vielen Anbietern kostenlos erstellt werden. Eine Alternative zum digitalen Registereintrag bietet die Organspende-Karte in Papierform fürs Portemonnaie. In jedem Fall ist es wichtig, die Angehörigen über den Entscheid zu informieren.

  • Wer hat Zugriff auf meine Daten?

    Die Registerdaten sind nicht öffentlich einsehbar und vor dem Zugriff unbefugter Dritter geschützt. Das Nationale Organspenderegister ist eine webbasierte, den höchsten Qualitäts- und Sicherheitsstandards entsprechende Datenbank. Die Daten des Nationalen Organspenderegisters werden in einem sicheren Rechenzentrum in der Schweiz gespeichert. Swisstransplant und der Betreiber des Rechenzentrums haben die Wahrung des Datenschutzes vertraglich vereinbart.

    Irreversibel anonymisierte, aggregierte Registerdaten (z. B. die Altersverteilung aller eingetragenen Personen) können zu Analysezwecken und für Statistiken genutzt sowie Dritten bekanntgegeben werden. Personenbezogene Daten aus dem Nationalen Organspenderegister werden weder veröffentlicht, noch an Dritte weitergegeben.

    Im Ernstfall können die zuständigen Fachpersonen im Spital eine Abfrage des Registers über Swisstransplant veranlassen. Wenn ein Ja-Eintrag erfasst ist, besteht eine Zustimmung zu einer Organ- und Gewebespende, wenn ein Nein-Entscheid hinterlegt wurde, dürfen keine Organe und Gewebe entnommen werden. In jedem Fall wird dem anfragenden Spital ein digitales Exemplar des von der betreffenden eingetragenen Person unterzeichneten Datenblatts zugestellt. Dieses wird den Angehörigen oder der Vertrauensperson im Gespräch vorgelegt.

Fragen und Antworten zu Alternativen

  • Gilt die Organspende-Karte immer noch?

    Die Organspende-Karte ist weiterhin gültig. Die Praxis zeigt jedoch, dass dieses Dokument im Ernstfall nur selten gefunden wird und in rund der Hälfte der Angehörigengespräche der Wunsch der verstorbenen Person nicht bekannt ist. Ein Eintrag im Nationalen Organspenderegister bietet daher mehr Sicherheit, um im Ernstfall auf den Entscheid der verstorbenen Person zugreifen zu können.

  • Erhalte ich nach dem Registereintrag eine Organspende-Karte?

    Nach der Validierung Ihres Eintrags erhalten Sie von uns eine Bestätigung per E-Mail, dass Ihre Daten und Ihr persönlicher Entscheid in der zentralen Datenbank gespeichert wurden. Sie erhalten keine Bestätigung in Form einer physischen Organspende-Karte. Im Ernstfall kontaktiert das Spitalpersonal die Nationale Koordinationsstelle von Swisstransplant, die Ihren Eintrag mit Ihrem persönlichen Entscheid im Nationalen Organspenderegister abfragt.

  • Soll ich meine Organspende-Karte weiterhin bei mir tragen?

    Grundsätzlich reicht Ihr Eintrag im Nationalen Organspenderegister, denn Ihr Entscheid ist damit zentral abgelegt und kann im Ernstfall über die Nationale Koordinationsstelle von Swisstransplant abgefragt werden. Auf Wunsch können Sie Ihre Organspende-Karte weiterhin bei sich tragen. Wichtig ist, dass Ihr Entscheid auf der Organspende-Karte mit jenem im Register übereinstimmt.

  • Bleibt die Patientenverfügung gültig?

    Die Patientenverfügung kann weiterhin ausgefüllt werden und ist gültig. Jede Art der Willensäusserung wird im Gespräch mit den Angehörigen diskutiert. Bei unterschiedlichen Aussagen wird die aktuellste Willensäusserung berücksichtigt. Bei nicht urteilsfähigen Personen übernehmen wie bisher die verantwortlichen Personen (Erziehungsberechtigte, Vormundschaft) die Entscheidung.

Andere Fragen und Antworten

  • In der Volksinitiative «Organspende fördern – Leben retten» wird von einem Register gesprochen. Ist damit das Nationale Organspenderegister von Swisstransplant gemeint?

    Das Nationale Organspenderegister wird von Swisstransplant geführt und ist unabhängig von der lancierten Volksinitiative «Organspende fördern – Leben retten» entwickelt worden. Es handelt sich beim Nationalen Organspenderegister um eine Datenbank, in der sich der Entscheid für oder gegen eine Organ- und Gewebespende erfassen lässt.

    Die Volksinitiative «Organspende fördern – Leben retten» der Jeune Chambre Internationale (JCI) strebt die Verfassungsänderung zur vermuteten Zustimmung an, d. h. alle Personen würden grundsätzlich zu Organspendern, ausser sie sagen explizit «Nein». Das Register, von dem bei der Volksinitiative gesprochen wird, wäre ein Register, in dem sich folglich alle Personen eintragen würden, die zur Organ- und Gewebespende Nein sagen. Dieses Register würde neu im Transplantationsgesetz geregelt und die Führung dem Bund obliegen.