Florian L. ist seit 26 Jahren nierentransplantiert

 

«Ich muss ehrlich sagen, ich fühle mich nicht anders als andere Sportler. Ich vergleiche mich daher immer mit allen. Auch weil ich eigentlich keine Einschränkungen habe und alles machen kann.»


Alter: 44 Jahre
Disziplinen an den WTG: Tischtennis, Leichtathletik

Fühlst Du Dich als Transplantierter manchmal vom Alltagsleben ausgeschlossen oder darin eingeschränkt?
Klar, damals, als ich transplantiert wurde, fehlte ich eine Weile in der Schule. Aber heute fühle ich mich überhaupt nicht mehr eingeschränkt! Das Einzige, was ich machen muss, ist, alle zwölf Stunden meine Medikamente einzunehmen und alle vier Monate zur Kontrolle ins Spital zu gehen.

Vergleichst Du Deine Resultate mit denen von nicht transplantierten Sportlern?
Ich muss ehrlich sagen, ich fühle mich nicht anders als andere Sportler. Ich vergleiche mich daher immer mit allen. Auch weil ich eigentlich keine Einschränkungen habe und alles machen kann – abgesehen von Kampfsport vielleicht, weil meine Niere nicht mehr so gut geschützt ist. Ich finde es genial, dass man an den WTG mitmachen und sich mit anderen messen kann. Das gibt es sonst nirgends!

Hat Sport schon vor der Transplantation eine wichtige Rolle in Deinem Leben gespielt?
Ich musste mich mit 16 Jahren entscheiden, ob ich auf Musik oder Sport setzen soll und habe mich für die Musik entschieden. Lange Zeit habe ich gar keinen Sport getrieben. Zum Tischtennis bin ich durch die Spiele gekommen: Ich habe mich durch alle möglichen Sportarten geklickt und dachte, das mir das ganz gut gefallen könnte. Dann habe ich mich bei den Spielen angemeldet. Um vor den WTG noch ein bisschen zu üben, bin ich im Dorf dem Tischtennisclub beigetreten. Und es gefällt mir sehr gut, ich werde dort sicher weiterspielen.

Wie wichtig ist es für Dich, eine Medaille zu gewinnen?
Gar nicht wichtig. Am meisten freue ich mich auf die anderen Leute. Klar, eine Medaille zu gewinnen, wäre schön, das steht aber wirklich nicht im Vordergrund. Beim Tischtennis wusste ich schon zu Beginn, dass ich keine Chance habe. In der Leichtathletik kann ich es überhaupt nicht abschätzen. Da bin ich gespannt, wo ich nun stehe!