Roger A. ist seit 25 Jahren knochenmarktransplantiert



«Da wir alle das gleiche Schicksal teilen, sind die Menschen hier sehr offen. Ich fühle mich an den WTG jeweils wie ein Mitglied einer kleinen Familie, das hilft mir sehr.»

Alter: 41 Jahre
Disziplinen an den WTG: Fahrradfahren und Laufen

Roger, trainierst Du speziell für die Spiele?
Ja, ich gehe normalerweise einmal in der Woche schwimmen. Aber seitdem ich mich entschieden habe, an den WTG teilzunehmen, habe ich das Schwimmen durch Velofahren ersetzt.

Wie wichtig ist es für Dich, eine Medaille zu gewinnen?
Es wäre schön, wenn ich wieder eine mit nach Hause nehmen könnte. Aber dieses Jahr ist das Niveau der Athleten sehr hoch, deshalb wird es schwierig werden, eine zu gewinnen – und es steht für mich auch nicht an erster Stelle. Das allerwichtigste ist, Spass zu haben und sich untereinander auszutauschen.

Vergleichst Du Deine Resultate mit denen von nicht transplantierten Sportlern?
Nein, ich vergleiche meine Resultate bewusst nicht mit normalen Sportlern. Ich habe erst vor zwei Jahren angefangen, wöchentlich zu trainieren, das kann man daher auch gar nicht vergleichen.

Gibt es spezifische Sportarten, die Du wegen der Transplantation nicht mehr ausüben darfst oder kannst?
Nein, ich war zum Glück als Kind nie krank. Aber ich hatte immer Angst zu versagen und habe deshalb gar nie angefangen, Sport zu treiben. Erst als ich an einem Symposium erfahren habe, dass es Spiele für transplantierte Sportler gibt, habe ich damit begonnen, einmal in der Woche etwas für meine Gesundheit zu tun.

Sind die WTG für Dich eine Möglichkeit, um Einschränkungen oder Barrieren zu überwinden?
Ja, auf jeden Fall! Die WTG haben mir nicht nur sportlich zu mehr Selbstbewusstsein verholfen. Ich war vorher sehr introvertiert und schüchtern. Da wir alle das gleiche Schicksal teilen, sind die Menschen hier sehr offen. Ich fühle mich an den WTG jeweils wie ein Mitglied einer kleinen Familie, das hilft mir sehr.