Pierre-André Grognuz (53) aus Forel (Lavaux) (VD)

Ich bin seit 1989 lebertransplantiert.

Ich kam mit einem α1-Antitrypsinmangel zur Welt, der im Lauf meines Lebens und bis zu meiner Transplantation zu mehreren Spitalaufenthalten geführt hat. Das erste Mal wurde ich im Alter von zwei Monaten wegen einer Gelbsucht ins Spital eingeliefert. Als ich acht war, wurde meine Milz entfernt, da sie abnormal schnell wuchs. Die nächsten Aufenthalte – mit 16, 24 und 27 Jahren – waren durch Speiseröhrenblutungen bedingt. Ein paar Monate nach der dritten Blutung verschlechterte sich mein Gesundheitszustand zusehends und der Arzt meinte, es sei an der Zeit, über eine Transplantation nachzudenken.

Ich war bereits sportlich unterwegs …

... zum ersten Mal 1993. Da nahm ich das erste Mal in Vancouver an den World Transplant Games teil; danach folgten die Spiele in Manchester 1995, Sydney 1997, Budapest 1999, Nancy 2003, London (Kanada) 2005 und Bangkok 2007. Ich habe Medaillen gewonnen, mich aber auch einfach gefreut, dabei zu sein.

An den World Transplant Games erwarten mich …

... der Spass an der Sache, und natürlich die Chance, andere Transplantierte aus aller Herren Länder zu treffen. Ausserdem kann ich auf diese Weise auch reisen und viel Neues erleben.

Freude im Leben macht mir …

... das Reisen. Das ist das, was ich besonders gerne tue und was mir nicht möglich gewesen wäre, hätte mein Leben mit 27 Jahren geendet – neue Länder, Menschen und Kulturen entdecken. Besonders gut haben mir Australien, Kanada, Bali und Thailand gefallen. Ausserdem fahre ich gern Mountainbike und wandere im Wald oder im Gebirge, schaue mir ein Hockeyspiel an oder treffe Freunde.

Zur Organspende sollte sich jedermann Gedanken machen, weil…

... es ein wichtiges Thema ist, auch wenn es mit dem Tod zu tun hat und sich manche Leute deswegen vielleicht nicht gerne damit auseinandersetzen. Jeder Mensch kann eines Tages mit dieser Situation konfrontiert werden, nicht nur als Spender oder Familienangehöriger eines Spenders, sondern auch als Empfänger. Jemand, der seine Organe spendet, kann damit mehreren anderen Menschen das Leben retten. Natürlich weiss ich, dass ich nur am Leben bin, weil ein anderer Mensch sterben musste, aber ich habe die Spende sofort als Geschenk begriffen. Ich denke oft und mit grosser Dankbarkeit an den Spender. Er ist zu einem Teil von mir geworden.