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Liz Schick (53) aus Anzère (VS), Team Manager

Liz Schick, World Transplant Games, Argentinien, 2015, Transplantiert,
Liz Schick, World Transplant Games, Argentinien, 2015, Transplantiert,

Ich bin seit 1998 lebertransplantiert.

Ich war in meinem Leben nie krank, war glücklich verheiratet und Mutter von zwei kleinen Kindern, als plötzlich vom einen Tag auf den nächsten alles änderte. Bei einer Routinekontrolle wurde bei mir ein epitheloides Hämangioendotheliom diagnostiziert, ein seltener Tumor. Meine einzige Chance war eine Lebertransplantation. Ich wusste damals nichts über Transplantationen. Ich hatte keine Ahnung, wie wie lange ich auf ein Organ warten werde und ob überhaupt ein passendes Organ gefunden würde. Heute bin ich in Topform, versuche 48 Stunden in 24 zu packen und das alles dank meines Spenders oder meiner Spenderin und deren Familie. Ich habe die Ehre, dass ich ein Teil der grossen Familie von Transplantierten sein darf. Ich setze mich mit allen Mitteln und all meiner Energie für die Organspende ein. Mein Weg, um Danke zu sagen!

Ich war bereits sportlich unterwegs …

… an zwölf Ausgaben der World Transplant Games seit 2001. Über die Medaillen führe ich mittlerweile keine Liste mehr, aber es sind schon einige zusammengekommen. 2011 wurde ich in den Rat der World Transplant Games Federation (WTGF) gewählt und war bei den Winterspielen in meiner Heimat Anzère 2011 sogar Vizepräsidentin. Im Jahr 2003 habe ich den Kilimandscharo bestiegen mit einer belgischen Equipe aus Transplantierten und Ärzten. Bei dieser Expedition wurde untersucht, ob Transplantierte gleich auf die Höhe reagieren wie Nicht-Transplantierte. Ausserdem habe ich schon zahlreiche Velotouren gemacht, beispielsweise den Mont Ventoux oder Innsbruck nach Arco mit der Euregiotour. Der grösste Erfolg meines Engagement für die Organspende ist und bleibt aber das TACKERS, mein jährlich stattfindendes Schneesportcamp für transplantierte Kinder aus der ganzen Welt.

An den World Transplant Games erwarten mich …

… transplantierte Freunde aus allen Ecken der Welt. Nach 12 Teilnahmen sind das nun schon einige. Dieses Jahr finden die Wahlen des Rats der World Transplant Games Federation (WTGF) statt. Ich hoffe natürlich, wiedergewählt zu werden um diese tolle Arbeit fortsetzen zu können. Als Mitglied des Kommunikationskomitees habe ich ausserdem an einem Film zu den WTG gearbeitet, den wir bald veröffentlichen werden. Zudem bin ich Team Manager unseres SWISS TEAM. Dank Swisstransplant hat sich das ganze Team bereits Mitte Juli in Bern getroffen und wurde mit fantastischen Outfits für die Games ausgestattet. Ich freue mich, die neuen Teammitglieder  kennenzulernen und sie in unserer grossen «Transplant Family» willkommen zu heissen.

Freude im Leben macht mir …

… immer in Bewegung zu sein, körperlich und mental. Ich liebe das Leben! Ich liebe Menschen und mache gerne neue Bekanntschaften. Das passt gut, denn im Winter arbeite ich in unserem Sportgeschäft in Anzère. Ich reise viel umher, um Vorträge zur Förderung der Organspende zu halten oder im Rahmen meiner Mitglidschaft im Rats der World Transplant Games Federation. Meine Leidenschaft gehört dem Skifahren, Tanzen und Rennvelo fahren. Ich liebe Musik und singe auch selber gerne mal. Entspannen kann ich mich bei einem Spaziergang mit meinem Hund durch die Berge. Und lade Freunde zu mir ein und verwöhne sie mit «petits plats».

Zur Organspende sollte sich jedermann Gedanken machen, weil…

… ich jetzt weiss, wie wichtig es ist, den Angehörigen seine Entscheidung zur Organspnde zu Lebzeiten mitzuteilen. Ich war bis zu meinem 35. Lebensjahr nie krank. Ich war immer für die Organspende, aber wir hatten nie darüber gesprochen. Falls mir etwas passieren würde, könne ja meine Familie entscheiden, dachte ich mir damals. Mittlerweile weiss ich, wie falsch dies ist. Wir schulden es unseren Familien, dass sie über unseren Wunsch Bescheid wissen und entlasten sie von der Entscheidung im Fall, dass uns etwas zustossen sollte. Ausserdem würden die meisten Menschen ein Organ annehmen, wenn es ihr Leben oder das Leben ihres Kindes retten würde. All diese Menschen sollten eigentlich auch bereit sein, zu spenden. Meine Kinder durften mit einer Mutter aufwachsen dank meinem Spender. Und er hat mir und weiteren Menschen ein neues Leben geschenkt. Ein Held!