Brief vom 19. Februar 2014

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Unsere 2-jährige Tochter wurde im letzten Frühjahr völlig überraschend und von einem Moment auf den anderen zur Organspenderin. Ganz unerwartet wurden wir mit ihrem Hirntod konfrontiert und anschliessend kam die Frage der Organspende. Es ist sicher sehr schwierig, Eltern in so einer Situation noch zu fragen, ob sie ihr Kind zur Organspende freigeben wollen! Da mein Mann und ich uns diese Frage schon vor 20 Jahren gestellt haben, war der Entscheid zum Glück einfach. Schwieriger war viel mehr, die Tochter so verkabelt gehen zu lassen, ohne sie noch einmal im Arm zu halten. Umso wichtiger war es, dass wir uns als Familie nach der Organspende in aller Ruhe von ihr verabschieden konnten. Sie noch einmal im Arm halten, knuddeln und einfach lieb haben!

5 Organe konnte sie spenden, 5 Kindern ein weiterleben ermöglichen! Ein unglaublich schöner und vor allem auch tröstender Gedanke. Immer wieder sind unsere Gedanken bei diesen Kindern. Wie es ihnen wohl gehen mag? Ob sich wohl etwas von dem unglaublich sonnigen Gemüt das unsere Tochter hatte, auf sie überträgt? Wir hoffen es.

Etwas vom schönsten was wir bekommen haben, waren die Dankesbriefe von den Organempfängern. Es ist einfach schön, auch die andere Geschichte zu lesen. Nie geht es uns darum, dass die Empfänger uns zu Dank verpflichtet sind. Wir wünschen uns auch in Zukunft von diesen Kindern etwas zu hören, weil es einfach trotz der Anonymität schön wäre, deren Weg verfolgen zu können! ?
Von Herzen wünschen wir allen Organempfängern alles Gute, und das ihre Gedanken ab und zu beim Spender sind...