Organspende im Spital Sitten: kleines, eingespieltes Team
Das Organspendeteam im Spital Wallis gibt Einblick in seine Arbeit. Sie basiert auf dem respektvollen Umgang mit den Spendefamilien, der Ausbildung aller involvierten Mitarbeitenden und gutem Teamgeist.
Spital Sitten
Dr. Juan José Garcia Martinez
Leitender Arzt Intensivstation
Spital Sitten
Maya Grivat
Pflegefachfrau Notfallstation
Spital Sitten
Nathalie Ibarra
Pflegefachfrau Intensivstation
Spital Sitten
Dr. Raymond Friolet
Abteilungsleiter und Chefarzt Intensivmedizin
Dr. Juan José Garcia Martinez, leitender Arzt, ist seit 7 Jahren am Spital Sitten. «Der wichtigste Faktor für den Anstieg unserer Organspendezahlen ist die Einführung des DCD-Programms im 2023. Wir haben die Abläufe für alle Beteiligten in den jeweiligen Prozessen festgelegt. Und dann war es für uns äusserst wichtig, eine Simulation durchzuführen. Um das Gelingen des Programms zu garantieren, haben wir sogar 2 Simulationen durchgeführt.
Wir sind ein kleines und gut eingespieltes Team. In regelmässigen Treffen benennen Probleme und finden Lösungen.»
Nathalie Ibarra (Mitte) ist Pflegefachfrau auf der Intensivstation. Sie arbeitet seit 19 Jahren am Spital Sitten. Ein Teil ihrer Arbeit ist die Organspendekoordination.
«Der Grund, warum wir hier viele Organspenden ermöglichen können: Wir übersehen keine potenziellen Organspendende. Wir fühlen uns sicher, wenn wir mit den Angehörigen über die Organspende sprechen. Man weiss vorab nie, wie ihre Entscheidung sein wird, aber man darf keine Angst vor dem Gespräch haben. Wenn uns die Familie zurückmeldet, dass wir sie gut begleitet haben, haben wir einen guten Job gemacht.»
Maya Grivat ist seit 17 Jahren als Pflegefachfrau auf der Notfallstation und ist lokale Organspendekoordinatorin am Spital Sitten. «Unsere Aufgabe ist, das Leben der Patientin oder des Patienten zu retten. Wenn das nicht gelingt, startet der Organspendeprozess und ermöglicht jemand anderem, ein Spendeorgan zu erhalten. In meiner Rolle unterstütze ich die Pflegeteams und die Familien während des gesamten Organspendeprozesses. Es ist wichtig, dass alle Abläufe so reibungslos wie möglich verlaufen und sich die Angehörigen von der verstorbenen Person verabschieden können.
Mein Rat für andere Spitäler ist, über die Organspende zu informieren, so dass alle Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte von der Notaufnahme bis zur Intensivstation eingebunden sind. Es braucht regelmässige Schulungen, Aufklärungsarbeit – und dann muss man sich trauen.»
Dr. Raymond Friolet (rechts), Abteilungsleiter und Chefarzt, ist seit 22 Jahren am Spital Sitten und Stiftungsrat von Swisstransplant.
«Wir sind in der glücklichen Lage, eine optimale Konstellation zu haben: Ein überschaubares Team, das sehr konstant ist, mit 5 leitenden Ärzten, die seit vielen Jahren dabei sind und die die Palliativ- und Organspendeprozesse führen. Die Faktoren für ein gut funktionierendes Organspendeprogramm sind der Informationsfluss, die Ausbildung sowie das Zusammenspiel und die Bereitschaft aller Involvierten.»
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