Ich äussere meinen Willen zur Organspende. Eine Übersicht der verschiedenen Modelle.

Welche Modelle gibt es? Und was gilt in der Schweiz?

Enge Zustimmungslösung

Bei der engen Zustimmungslösung werden nur Organe entnommen, wenn die verstorbene Person zu Lebzeiten einer Organspende zugestimmt hat. Liegt keine Zustimmung vor, wird dies als Ablehnung gewertet. Dieser sehr enge Rahmen kann dazu führen, dass dem Willen einiger spendenden Personen nicht entsprochen wird, weil die Angehörigen unter Umständen gar nicht dazu befragt werden.

Widerspruchslösung

Bei der Widerspruchslösung ist eine Organentnahme zulässig, wenn die verstorbene Person sich zu Lebzeiten nicht gegen die Organspende ausgesprochen hat. Liegt kein Widerspruch vor, wird dies als Zustimmung gewertet. Dieser sehr enge Rahmen kann dazu führen, dass dem Willen einiger spendenden Personen nicht entsprochen wird, weil die Angehörigen unter Umständen gar nicht dazu befragt werden.

Erweiterte Zustimmungslösung

Die erweiterte Zustimmungslösung entspricht dem aktuellen System der Schweiz: Ist kein Wille der verstorbenen Person ersichtlich, müssen die Angehörigen stellvertretend für die verstorbene Person entscheiden. Ist der Wille des Verstorbenen nicht bekannt, belastet dies die Angehörigen, was bei vielen dazu führt, sich im Zweifelsfall gegen die Organspende zu entscheiden.

Erweiterte Widerspruchslösung

Bei der erweiterten Widerspruchslösung können die Angehörigen einer Organentnahme widersprechen, falls sie Kenntnis davon haben, dass die verstorbene Person ihre Organe nicht hätte spenden wollen. Liegt kein Entscheid vor, so wird davon ausgegangen, dass die verstorbene Person mit der Organspende einverstanden wäre. In den meisten Ländern Europas gilt die Widerspruchslösung. Sie entlastet die Angehörigen und gibt ihnen zugleich das maximale Mitspracherecht.

Erklärungslösung (Vorschlag Nationale Ethikkommission)

Die Nationale Ethikkommission (NEK) vertritt den Standpunkt, dass aus dem Schweigen einer potenziellen spendenden Person nicht ohne Weiteres auf eine Einwilligung geschlossen werden könne. Die Erklärungslösung soll eine breite, spezifische und regelmässige Information der Bevölkerung sicherstellen. Dieses Modell muss entweder mit der erweiterten Zustimmungslösung oder der erweiterten Widerspruchslösung kombiniert werden, da es auch bei dieser Regelung Personen gibt, die sich nicht selbst erklären.

Aktuelle Debatte

Swisstransplant befürwortet die erweiterte Widerspruchslösung in Kombination mit einem Register. Für die involvierten Fachpersonen ist es von zentraler Bedeutung, dass der Wille der verstorbenen Person bestmöglich berücksichtigt wird. Dies ist nur möglich, wenn sich jede Person zu Lebzeiten für oder gegen eine Organspende entscheidet und dieser Wille, am besten zentral und elektronisch, festgehalten werden kann. Dies bringt Sicherheit, Klarheit und eine Entlastung – sowohl für die Angehörigen als auch für das Spitalpersonal. Das Organspenderegister von Swisstransplant ist so angelegt, dass sowohl ein Ja als auch ein Nein eingetragen werden kann. Damit ist in jedem Fall die Voraussetzung für Sicherheit, Klarheit und Entlastung in der Frage der Organspende geschaffen.