Organspende

Eine Transplantation bedeutet:  
Man entnimmt ein Organ von einer Spenderin oder einem Spender. 
Dieses Organ wird in den Körper einer anderen Person eingesetzt. 
In den Körper der Empfängerin oder des Empfängers.

Sind Sie für oder gegen Organspende? 
Nach Ihrem Tod stellt man Ihrer Familie vielleicht diese Frage. 
Die Angehörigen sind dann unsicher und überlegen. 
Sie wissen es nicht genau. 
Angehörige sind die Familie, Partnerin oder Partner, Ehefrau oder Ehemann. 

Sorgen Sie zu Lebzeiten für Klarheit. 

Treffen Sie eine Entscheidung: 

  • Ja, ich möchte meine Organe nach meinem Tod spenden. 

  • Nein, ich möchte meine Organe nach meinem Tod nicht spenden. 

  • Ich will spenden, aber nur diese Organe: …

Schreiben Sie Ihren Entscheid auf die Organspende-Karte.

Sie können die Organspende-Karte mit Klick auf diesen Link bestellen: Organspende-Karte bestellen.

Organspende

Vielleicht möchten Sie nach Ihrem Tod ein Organ spenden. 
Das heisst, Ärztinnen oder Ärzte entnehmen bei Ihnen ein Organ. 
Zum Beispiel Ihre Lunge oder Ihr Herz. 
Die Lunge oder das Herz bekommt dann ein kranker Mensch. 

 

In der Schweiz kann man 6 Organe spenden: 

  • Herz 
  • Lunge 
  • Leber
  • Nieren
  • Bauchspeicheldrüse
  • Dünndarm 

Diese Gewebe kann man spenden: 

  • Augen-Hornhaut 
  • Haut 
  • Herz-Klappen 
  • Grosse Blut-Gefässe 
  • Knochen 
  • Knorpel 
  • Sehnen 
  • Bänder

Voraussetzungen für eine Transplantation 

  • Die Spenderin oder der Spender ist eindeutig hirntot. 

  • Als die Spenderin oder der Spender noch gelebt hat, hat er der Organspende zugestimmt. 
    Die Spenderin oder der Spender hat seine Zustimmung auf eine Organspende-Karte eingetragen oder anderswo schriftlich notiert.  

  • Wenn man die Entscheidung der Spenderin oder des Spenders nicht kennt, stimmt die Familie der Organspende zu.  

  • Fachärztinnen und Fachärzte haben das Organ genau untersucht. 

  • Die Empfängerin oder der Empfänger steht auf der Warteliste. 

  • Der Empfängerin oder dem Empfänger wird das Organ zugeteilt.  

  • Die Regeln für die Zuteilung sind erfüllt.

Eine Transplantation bedeutet:  
Man entnimmt ein Organ von einer Spenderin oder einem Spender. 
Dieses Organ wird in den Körper einer anderen Person eingesetzt. 
In den Körper der Empfängerin oder des Empfängers. 

 

Wie kommt ein Organ zur Empfängerin oder zum Empfänger? 

Was geschieht zwischen der Spende und der Transplantation?  
Der Ablauf ist genau geplant und gut vorbereitet.  
Die Koordinations-Stelle überwacht alle Abläufe. 
Sie überprüft:  
Bekommt die richtige Person das Organ? 
Transportiert man das Organ sorgfältig ins Spital?

Auf der Warteliste

Herr Stocker braucht ein Organ.
Er kommt zuerst auf eine Warteliste.
Nun muss er auf ein Organ warten.
Wann ist er an der Reihe?

Für die Reihenfolge gibt es klare Kriterien.

Voraussetzungen

  • Die Operation ist dringlich.
  • Die Operation hat gute Aussichten auf Erfolg.
  • Die Person hat Vorrang.
    Kinder haben zum Beispiel Vorrang.
  • Wartezeit

Die Kriterien sind gesetzlich festgelegt.
Das Gesetz heisst Organ-Zuteilungs-Verordnung.

  • Ein Notfall geschieht

    Ein Beispiel:
    Herr Stocker erleidet einen Herz-Infarkt.
    Die Ambulanz liefert ihn ins Spital ein.

  • Auf der Intensiv-Station

    Herr Stocker kommt auf die Intensiv-Station.
    Dort wird er künstlich beatmet und bekommt Medikamente.
    Das medizinische Personal unternimmt alles, um sein Leben zu retten.
    Doch die Aussichten stehen schlecht: er wird sterben.

  • Die Spende abklären

    Die Ärzte fragen: Ist Herr Stocker ein Organ-Spender?

    - Vielleicht steht es im Organspenden-Register.
    - Oder vielleicht hat er eine Organspende-Karte im Portemonnaie.
    - Manchmal steht die Information auf einer Patienten-Verfügung.

    Manchmal finden die Ärztinnen und Ärzte keine Information.
    Dann fragen sie die Familie: Wie würde Herr Stocker entscheiden?
    Dieses Gespräch mit der Familie ist gesetzlich vorgeschrieben.
    Die Familie bestätigt: Herr Stocker spendet seine Niere.

  • Der Patient ist hirntot

    Zwei Fachärzte oder Fachärztinnen untersuchen Herrn Stocker.
    Sie sind nicht an der Transplantation beteiligt.
    Die Untersuchung ergibt: Herr Stocker ist hirntot.
    Sein Gehirn funktioniert nicht mehr.
    Er ist gestorben.

  • Untersuchen und koordinieren

    Jetzt stellt sich die Frage: Ist seine Niere gesund?
    Kann man die Niere transplantieren?
    Die Koordinations-Stelle trifft alle Abklärungen.
    Es gibt eine medizinische Untersuchung.
    Die Ergebnisse der Untersuchung kommen in ein Computer-System.

  • Blutgruppe und Gewebe bestimmen

    Nun untersucht das Spital das Blut von Herrn Stocker.
    Das Spital will wissen:
    Zu wem auf der Warteliste passt das Organ am besten?
    Das Spital untersucht:
    Welche Blutgruppe hat er?
    Welche Viren und Anti-Gene?
    Auch das Gewebe wird bestimmt,
    denn es muss zum Empfänger passen.

  • Das Organ zuteilen

    Swisstransplant teilt die Niere nun an Frau Weiss zu.
    Sie braucht dringend eine Niere und steht auf der Warteliste.
    Für die Zuteilung gibt es strenge Regeln.
    Ein Computer-Programm sorgt für einen gerechten Ablauf.

  • Das Spital informieren

    Swisstransplant informiert das Spital von Frau Weiss.
    Das Spital hat 1 Stunde Zeit, um zu prüfen:
    Ist die Niere passend für Frau Weiss?
    Nimmt das Spital die Niere an oder nicht?

    Manchmal spendet jemand gleich mehrere Organe.
    Dann muss Swisstransplant mehrere Spitäler informieren.
    Swisstransplant muss dann für jedes Organ eine Empfängerin oder einen Empfänger finden.

  • Das Organ entnehmen

    Ärztinnen und Ärzte aus den Transplantations-Zentren entnehmen
    die Niere von Herrn Stocker.

  • Das Organ transportieren

    Jetzt kommt die Niere in das Spital von Frau Weiss.
    Gewisse Organe kann man nicht lange lagern.
    Und manchmal liegen die beiden Spitäler weit voneinander entfernt.
    Beim Transport muss man dies berücksichtigen und gut planen.
    Meistens transportiert ein Fahrzeug der Ambulanz das Organ.
    Manchmal aber auch Helikopter oder Flugzeuge.

  • Die Angehörigen unterstützen

    Das Spital hat die Niere von Herrn Stocker entnommen.
    Nun wird der Verstorbene würdevoll versorgt.
    Das heisst:
    Die Stelle wird sorgfältig zugenäht.
    Es ist nur eine Narbe der Operation zu sehen.
    Die Angehörigen können sich von ihm in Ruhe verabschieden.
    Danach kann die Familie frei entscheiden:
    Wie soll Herr Stocker bestattet werden?

  • Das Organ transplantieren

    Frau Weiss kommt in den Operations-Saal.
    Sie erhält die Niere von Herrn Stocker.
    Der Körper von Frau Weiss reagiert gut auf das fremde Organ.
    Die Operation ist gelungen.

  • Die Nachsorge

    Frau Weiss hat nun eine neue Niere.
    Ein neues Leben beginnt für sie.
    Aber sie muss lebenslang Medikamente nehmen.
    Diese Medikamente heissen Immun-Suppressiva.
    Die Immun-Suppressiva helfen ihr, sich an die Niere zu gewöhnen.

    Wie viele Transplantationen finden in der Schweiz statt?
    Im Jahr 2021 haben 166 verstorbene Menschen Organe gespendet.
    Manche haben gleich mehrere Organe gespendet.
    Dank den Organ-Spenden gab es 587 Transplantationen.

Wer darf ein Organ spenden? 

Jeder darf ein Organ oder mehrere Organe spenden. 
Auch Kinder und ältere Menschen dürfen spenden. 

Das ist wichtig: 
Die Person spendet das Organ freiwillig
Das Organ ist gesund

Organe von Kindern 

Ein Kind stirbt.  
Die Eltern entscheiden: 
Spenden wir ein Organ für ein anderes Kind? 
Organe von Kindern gehen normalerweise an Kinder. 

Ausnahme

Ein Kind ist jünger als 28 Tage. 
Dann ist eine Organspende nicht möglich. 

Wer darf kein Organ spenden? 

Ein Mann ist an Krebs erkrankt. 
Sein Körper hat einen Tumor. 
Das ist eine Wucherung oder eine Geschwulst. 
Er darf deshalb kein Organ spenden. 

Später ist der Mann wieder gesund. 
Er hat seit 5 Jahren keinen Krebs mehr. 
Erst jetzt darf er ein Organ spenden. 
 
Bei diesen Erkrankungen darf man auch nicht spenden: 

  • Creutzfeld Jakob (Erkrankung des Gehirns) 

  • Tollwut 

  • Blutvergiftung